Benzin aus Europa in den USA gefragt

Während Klimaschützer und -politiker den Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen fordern, wird derzeit so viel Öl gefördert und verbrannt wie noch nie. Einer Prognose der US-Energiebehörde EIA zufolge werden in diesem Jahr täglich 93,6 Millionen Barrel (je 159 Liter) Öl verbraucht. Die Produktion liegt mit 95,7 Millionen Barrel ebenso auf Rekordniveau und deutlich über der Nachfrage. Folglich fallen die Ölpreise auf immer neue Tiefstände. Die Nordsee-Sorte Brent steht bei 46 Dollar und damit auf dem Niveau vom Frühjahr 2009. Damals war der Ölpreis wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise steil abgestürzt.

Davon profitieren die Verbraucher in Deutschland, wenn auch nicht alle in gleichem Maße. Entspannt können sich die Benutzer von Ölheizungen die Preisentwicklung anschauen. 100 Liter Heizöl kosten im bundesweiten Durchschnitt 54,50 Euro (bei Abnahme von 3000 Litern, inkl. MwSt). Das entspricht in etwa dem Preisniveau von 2009. Der Preis für einen Liter Superbenzin E10 ist zwar ebenfalls gefallen - auf rund 1,38 Euro je Liter -, liegt aber deutlich höher als beispielsweise im Januar mit 1,26 Euro. "Wir erleben einen großen Nachfragesog aus den USA", sagt Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbandes in Berlin. In den USA hat sich das Benzin für die Verbraucher stärker verbilligt als in Europa, unter anderem weil es keine Währungseinflüsse gibt. Folge: Amerikaner kaufen wieder größere Autos und fahren längere Strecken. Das Benzin dafür kommt zum Teil aus Europa.
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