Beratungsgesellschaft sucht mögliche Interessenten
Künftige Eigentümerstruktur bei BHS tabletop unklar

München. Die künftige Gesellschafterstruktur bei BHS tabletop mit den Porzellanmarken Schönwald, Bauscher und Tafelstern ist weiterhin unklar. Auf der Hauptversammlung des Unternehmens in München wollten sich weder Vorstand noch Aufsichtsrat zu den möglichen Konsequenzen der Ankündigung der Großaktionäre Deutsche Bank, WMF und Münchner Rück äußern, sich von ihren BHS-Anteilen trennen zu wollen.

Vorstandschef Christian Strootmann bestätigte lediglich, dass eine Beratungsgesellschaft beauftragt wurde, in Abstimmung mit Vorstand und Großaktionären nach möglichen Interessenten zu suchen. Auf Nachfrage von Aktionärsvertretern fügte er an, oberstes Ziel aller Beteiligten sei es, die Wachstumsstrategie der BHS tabletop im Segment des hochwertigen Gastronomie-Porzellans fortzusetzen. "Es werden deshalb nur Investoren angesprochen, die sich langfristig engagieren und den eingeschlagenen Weg mit uns weitergehen wollen." Er trat damit Befürchtungen der Kleinaktionäre entgegen, dass eine nur auf schnellen Profit zielende "Heuschrecke" die Aktienmehrheit übernehmen könnte.

Der Vorstand sehe das Unternehmen unabhängig von der künftigen Eigentümerstruktur "gut aufgestellt", ergänzte Strootmann. Man wolle in Deutschland die starke Marktposition verteidigen und im Export das Wachstum steigern. Die Ausfuhrquote lag zuletzt bei 57,4 Prozent. Wirtschaftlich steht das Unternehmen mit Produktionsstandorten in Selb, Schönwald und Weiden so gut da wie lange nicht. Man habe sich von der stagnierenden Entwicklung der Gesamtbranche "vollständig abkoppeln" können, sagte Strootmann.

2015 wurde ein Umsatz von 114,2 Millionen Euro erwirtschaftet, 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Betriebsergebnis (Ebit) lag 2015 bei 5,5 Millionen Euro und damit um rund 17 Prozent über Vorjahr. Die Hauptversammlung beschloss, die Dividende auf 44 Cent je Aktie zu erhöhen. Im ersten Halbjahr 2016 setzte BHS tabletop nach Angaben Strootmanns ihren Wachstumskurs mit zehn Prozent mehr Umsatz fort.

Daniela Bergdolt von der Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz forderte die Vertreter der Großaktionäre im Aufsichtsrat auf, sich zu ihren Plänen zu äußern. Mit Blick auf die hohe Exportquote fragte Bergdolt, ob nicht eine teilweise Produktionsverlagerung in die Hauptzielmärkte sinnvoll wäre. Strootmann nutzte dies zu einem Bekenntnis zum Standort Bayern. Bei Kunden in insgesamt 120 Ländern wäre der Aufbau von Fabriken im Ausland nicht effektiv. ",Made in Germany' wird auf lange Zeit unsere Strategie bleiben", betonte er.

Auf Konfrontationskurs gingen zahlreiche Kleinaktionäre in Sachen Vergütung der Vorstandsmitglieder. Sie verweigerten ihre Zustimmung zum Beschlussvorschlag, deren Einkommen auch in den kommenden fünf Jahren nicht individuell im Geschäftsbericht auszuweisen.
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