Bessere Planung, geringeres Risiko

Auch die Elbphilharmonie in Hamburg ist eine der unendlichen Geschichten in Deutschland. Sie sollte einmal 77 Millionen Euro kosten. Mittlerweile liegt die Summe bei mindestens 789 Millionen Euro. Bild: dpa

Ob Berliner Flughafen, Stuttgart 21 oder die Elbphilharmonie: Explodierende Kosten und endlose Verzögerungen haben das Vertrauen vieler Bürger in öffentliche Großprojekte erschüttert. Damit soll jetzt Schluss sein.

Mit früher Planung und besserem Risikomanagement will Verkehrsminister Alexander Dobrindt das Vertrauen der Bürger in das Gelingen öffentlicher Großprojekte zurückgewinnen. Aus Empfehlungen von Experten soll dafür nun ein Aktionsplan entwickelt werden. Das sagte der CSU-Politiker bei der Vorstellung des Abschlussberichts der Reformkommission am Montag in Berlin. Dann will der Minister seine Kabinettskollegen mit ins Boot holen, um notwendige gesetzliche Änderungen auf den Weg zu bringen. Ziel seien "mehr Kostenklarheit, Transparenz und Perfektion".

Initiiert hatte die Kommission noch Dobrindts Amtsvorgänger Peter Ramsauer (CSU) im April 2013. Anlass war der Unmut vieler Bürger über massive Kostensteigerungen und Verzögerungen bei öffentlichen Bauprojekten - von Stuttgart 21 über den neuen Hauptstadtflughafen bis hin zur Hamburger Elbphilharmonie.

Die rund 35 Experten sollten untersuchen, wie sich solche Pannen in Zukunft vermeiden lassen. In dem Bericht raten die Fachleute etwa davon ab, auf Grundlage von Teilgenehmigungen schon mit dem Bau zu beginnen oder Aufträge einfach an den billigsten Bewerber zu vergeben. Risiken, die realistischerweise eintreten können, sollten sofort im Haushalt berücksichtigt werden. Zudem schlägt die Kommission die Einrichtung von Kompetenzzentren der öffentlichen Hand vor, an die sich Bauherren wenden können, wenn sie selbst nicht mehr weiter wissen. Der Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Thomas Bauer, wies darauf hin, dass die Kommission erst dann ein Erfolg sei, wenn nun auch die Umsetzung funktioniere. Auch Bahn-Vorstand Volker Kefer betonte, dass noch deutliche Anstrengungen erforderlich seien.
Weitere Beiträge zu den Themen: Berlin (7520)Juni 2015 (7771)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.