Betrügerische Software
Angemerkt

Betrügende Unternehmen sind nichts neues. Das zeigen die vielen Strafen, die wegen verbotener Preisabsprachen verhängt werden. Betrügerische Software ist dagegen neu. Und sie ist ungleich schwerer zu entdecken als ein Mangel im Lack des Neuwagens oder ein klapperndes Teil. Es ist ein Leichtes, irgendwo in den Hunderttausenden Programmzeilen ein paar Mogelkommandos zu verstecken. Und diese haben es dann in sich, wie der Fall Volkswagen zeigt: Neben dem Schaden für das Unternehmen und die Branche könnte es auch die Kunden treffen, sollte die Betriebsgenehmigung für ihre Fahrzeuge erlöschen.

Der Fall Volkswagen ist ein Augen-Öffner. Die Erfahrung lehrt: Es gibt immer wieder Menschen, die versuchen, auf betrügerischem Weg einen Vorteil zu erlangen. Die digitale Revolution eröffnet ihnen viele Möglichkeiten. Zum Internet der Dinge gehört künftig wohl auch das Internet der schummelnden Dinge. Dagegen hilft nur, Forschungseinrichtungen an Universitäten und Verbraucherverbände zu stärken. Sie waren Volkswagen auf die Spur gekommen, nicht die Behörden.

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Wirtschaftsnotizen

Bayern: Mehr Fluggäste

Bayerns Flughäfen haben bei der Zahl der Fluggäste im ersten Halbjahr teils kräftig zugelegt. Der Flughafen Nürnberg verzeichnete nach Jahren stark sinkender Fluggastzahlen wieder einen Zuwachs - und zwar um 5,1 Prozent auf 1,524 Millionen Passagiere. Auch München, wo drei Viertel aller Fluggäste in Bayern ein-, aus- oder umsteigen, verzeichnete mit 19,419 Millionen ein Passagierplus von 3,6 Prozent. (dpa)

Ryanair belohnt Aktionäre

Europas größter Billigflieger Ryanair will die Trennung von der irischen Fluglinie Aer Lingus seinen Aktionären zugutekommen lassen. Der Verkaufserlös von 398 Millionen Euro solle den Anteilseignern durch die Ausgabe von B-Aktien zufließen, teilte Ryanair am Donnerstag nach der Hauptversammlung in Dublin mit. Dem Vorhaben müssen die Aktionäre allerdings erst noch in einer weiteren Versammlung zustimmen. Dann sollen die neuen Anteilsscheine bis Dezember ausgegeben werden. (dpa)

Caterpillar baut Stellen ab

Der amerikanische Baumaschinen-Hersteller Caterpillar hat ein radikales Sparprogramm angekündigt - innerhalb der nächsten drei Jahre sollen über 10 000 Jobs gestrichen werden. Angesichts der Schwäche der Energie- und Baubranche seien schlechtere Geschäfte zu erwarten, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Die Umsatzprognose für 2015 senkte Caterpillar um eine Milliarde auf 48 Milliarden Dollar (knapp 43 Milliarden Euro). Das würde den dritten jährlichen Rückgang in Folge bedeuten. In Wackersdorf (Kreis Schwandorf) hat der Konzern eine Tochterfirma: die EDC (European Excavator Design Center). (dpa)
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