Bewegung im Tarifkonflikt bei der Lufthansa: Schlichtung oder Verschärfung?
Flugbegleiter-Streik auf der Kippe

Die Machtprobe zwischen der Lufthansa und der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo steuert auf einen neuen Höhepunkt zu: Nach Klagen bei Gericht und einer deutlichen Verschärfung des Arbeitskampfes keimte am Dienstag Hoffnung auf eine Gesamtschlichtung auf, die zu einem schnellen Ende des seit Freitag andauernden Flugbegleiter-Streiks führen könnte. Sowohl die Gewerkschaft Ufo als auch das Unternehmen zeigten sich in Verlautbarungen zu einer Schlichtung bereit.

Die Gewerkschaft hielt allerdings zunächst an ihren Streikplänen für die kommenden drei Tage fest. "Uns liegt keinerlei Schlichtungsangebot der Lufthansa vor", sagte Ufo-Chef Nicoley Baublies. "Wenn Lufthansa ohne Vorbedingungen eine Schlichtung anruft, werden wir die Streiks umgehend aussetzen. Das kann innerhalb von Minuten passieren", hatte er zuvor erklärt. "Wir brauchen ein öffentlich belastbares Statement der Lufthansa."

"Lufthansa ist ohne Vorbedingungen zu einer Schlichtung mit der Kabinengewerkschaft Ufo zu allen offenen Kabinen-Tarifverträgen der Lufthansa-Passage bereit", hatte das Unternehmen geäußert. Das Angebot sollte noch am Nachmittag schriftlich an Ufo übermittelt werden.

Ufo hatte sich auch offen für eine Gesamtbefriedung mit anderen Gewerkschaften gezeigt. "Wir fordern Lufthansa dazu auf, zu prüfen, ob sie dazu bereit sind", hatte Baublies erklärt. Die Lufthansa streitet auch mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit und mit Verdi über künftige Betriebsrenten. Die Lufthansa hatte den 19 000 Flugbegleitern der Kerngesellschaft eine höhere Einmalzahlung und einen früheren Einstieg in den Vorruhestand angeboten.

Ihren Streik setzten die Flugbegleiter auch am Dienstag wie geplant fort. Es fielen 126 Interkontinentalflüge und zehn Europaverbindungen aus. Es handelt sich um den längsten Ausstand in der Geschichte der Lufthansa. Bis zum angekündigten Streik-Ende am Freitag sollen von heute an alle Lang- und Mittelstreckenflüge bestreikt werden. Aufgerufen sind die Flugbegleiter an allen Crew-Standorten (Frankfurt, München und Düsseldorf). Die Lufthansa hat bei den Arbeitsgerichten Düsseldorf und Darmstadt einstweilige Verfügungen gegen den Arbeitskampf eingereicht. Beide Gerichte wollten am Dienstag entscheiden.
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