BHS Corrugated investiert 45 Millionen Euro
Architektonisch großer Wurf

Entwurf: Fururis-Gruppe
 
Einen Kontrast zu den bestehenden Gebäuden (Hintergrund) bilden die futuristischen Entwürfe für den Neubau. Die geschäftsführenden Gesellschafter der BHS Corrugated, Christian und Lars Engel (von rechts), freuen sich auf das Projekt. Bild: Gerhard Götz
Weiherhammer. Die geschwungenen Konturen sollen Wellpappen-Elemente symbolisieren. Mit kühner, visionärer Architektur plant die Firma BHS Corrugated für ihr 300. Jubiläumsjahr, das 2017 gefeiert wird.

45 Millionen Euro investiert der größte globale Hersteller von Wellpappen-Produktionsanlagen in die Zukunft des angestammten Firmensitzes in Weiherhammer (Kreis Neustadt/WN). Die Entwürfe des Chemnitzer Architekturbüros Furoris Gruppe sorgen in der Tat für Furore. Die beiden geschäftsführenden Gesellschafter Christian und Lars Engel reagieren ebenso hingerissen wie die 800-köpfige Belegschaft.



Munter "mäandert" in üppigen Formen - in Beton-Glas und Stahl - das Neubauprojekt. Das neue Bürogebäude nennt sich Lifecycle. Es schlägt eine fiktive "Brücke" zur integrierten Montagehalle (Arbeit) und eine reale Brücke zum Restaurant nach dem Motto "Genuss gehört zum Arbeitsleben". Die architektonische Ästhetik koaliert mit höchster wirtschaftlicher Effizienz: Die Arbeiten für das neue Riffelwalzen-Werk sind bereits angelaufen, bei gleichbleibender Mitarbeiterzahl wächst die Fertigungsfläche von 2600 auf 4800 Quadratmeter. "Die höchste Produktivität auf dem Planeten" verspricht sich Christian Engel. Fast jeder zweite Karton auf der Welt stamme von einer BHS-Maschine, von denen fast 500 Exemplare laufen. Auch die neue Montagehalle ist auf Optimierung getrimmt. "Wir orientieren uns an der Fließ-Fertigung der Automobilindustrie", sagt Engel. Erforderte bisher die Montage der komplexen Produktionsanlagen drei Wochen, soll der Arbeitsaufwand künftig auf vier Tage sinken. Mehr denn je sieht sich die BHS Corrugated als "Lebenszyklus-Firma", die den Kunden nicht nur die Maschinen liefert, sondern sie auch noch Jahrzehnte danach von Weiherhammer aus "fernwartet".

Unter der Überschrift Service und Dienstleistung steht auch die neue Digital-Abteilung im obersten Geschoss mit voraussichtlich 50 (zusätzlichen) Arbeitsplätzen. Aus künstlicher Intelligenz soll konkrete Wertschöpfung für das Unternehmen gezogen werden. Christian Engel spricht von einer "extrem hohen IT-Vernetzung mit unseren weltweiten Kunden": "Wir reorganisieren uns für die Herausforderungen der Zukunft." Die Digitalisierung der Produktion, Industrie 4.0, sei längst bei der BHS Corrugated angekommen.



"Das Bürogebäude - Lifecycle-Building - muss sich auf die Anforderungen der Mitarbeiter ausrichten, nicht umgekehrt", sagt Engel. Bisher haben sich die Beschäftigten mit einem "zu lauten" Großraumbüro und mit "Hasenställen" zu arrangieren. Künftig trägt der Arbeitsplatz keinen statischen Charakter mehr, ist dynamisch und licht, die Ebenen bieten zahlreiche Rückzugszonen für hochkonzentriertes, ruhiges Arbeiten. Eine eigene Kommunikations-Ebene weist runde Besprechungs- und Konferenzräume ohne hierarchische Sitzordnungen auf und schafft Raum für "informelle Begegnungen".

Die Nordoberpfalz ist mit weiteren Zukunfts-Investitionen gesegnet. So eröffnet am heutigen Freitag das Versandhaus Witt in Weiden-West sein inzwischen drittes Warenverteilzentrum. Mit 41 Millionen Euro ist es das größte Bauvorhaben in der jüngeren Witt-Unternehmensgeschichte. Seit 2008 investierte Witt 100 Millionen Euro in die Logistik, um eine "tragfähige Basis" für Internationalisierung und E-Commerce zu schaffen. Ebenfalls heute feiert das auf SAP spezialisierte Software-Unternehmen IGZ in Falkenberg (Kreis Tirschenreuth) ihre dritte Erweiterung. Dafür investierten die Brüder Johann Zrenner und Wolfgang Gropengießer annähernd 10 Millionen Euro.
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