Blackberry hofft mit neuem Modell auf Fans seiner Tastatur - Professionelle Anwender im Blick
Schreibmaschine für die Jackentasche

Nur eine Ansicht: Das quadratische Display des Blackberry Passport soll Nutzern das Drehen ersparen. Klassische Tasten sollen das Arbeiten einfacher machen. Bild: dpa
Der mit Absatzproblemen kämpfende Smartphone-Pionier Blackberry will die Fans seiner klassischen Tastaturen und professionelle Anwender zurückgewinnen. Das neue Modell Passport hat drei Reihen von Tasten mit Buchstaben - und zugleich einen großen berührungsempfindlichen Bildschirm. Das Display mit einer Diagonale von 4,5 Zoll (knapp 11,5 Zentimeter) ist quadratisch und soll unter anderem die Arbeit mit Text-Dokumenten und Tabellen ermöglichen. Der vor knapp einem Jahr angetretene Konzernchef John Chen hatte das Geschäft mit Unternehmen zu einer Priorität erklärt, um Blackberry zu retten.

Bei der Passport-Vorstellung sagte Chen, die Umstrukturierung von Blackberry sei abgeschlossen. Das ungewöhnliche neue Modell zeige, dass der Konzern wieder zu Innovationen bereit sei und weiterhin auch ernsthaft ein Smartphone-Hersteller bleiben wolle. Zwischenzeitlich war spekuliert worden, Blackberry könnte aus der Geräteproduktion aussteigen.

Blackberry war einst eine führende Kraft im Smartphone-Markt, ist inzwischen von Geräten mit dem Google-Betriebssystem Android und Apples I-Phone aber an den Rand gedrängt worden. Nach Zahlen der Marktforschungsfirma IDC kam Blackberry im zweiten Quartal nur noch auf einen Marktanteil von 0,5 Prozent. Zugleich war es Chen gelungen, das Geschäft zu stabilisieren. Blackberry verkaufte im ersten Geschäftsquartal von März bis Mai mehr Geräte als in den drei Monaten zuvor, stoppte den Umsatzschwund und wies nach massiven Verlusten sogar wieder einen kleinen Gewinn von 23 Millionen Dollar aus. Mit einem Absatz von 1,6 Millionen Smartphones war der Konzern aber im Jahresvergleich drastisch geschrumpft. Im Vergleichsquartal waren noch 6,8 Millionen Blackberry-Geräte ausgeliefert worden.

Unternehmen und Behörden gehörten lange zur Stammkundschaft von Blackberry, auch hier mischen inzwischen aber Apple und Hersteller von Android-Geräten kräftig mit. Chen will sich mit einem Fokus auf sichere Kommunikation in dem Geschäft festbeißen. Dafür übernimmt sein Konzern unter anderem den deutschen Spezialisten für Sprach-Verschlüsselung Secusmart, der zusammen mit Blackberry Geräte für die Bundesregierung stellt. Auch das neue Modell kann für die sichere Behörden-Kommunikation eingesetzt werden. Es bekam den Namen Passport, weil das Format der Größe eines Reisepasses entspricht.

Als weitere Neuerung stellte Blackberry die Funktion Blend vor, mit der Inhalte vom Smartphone auf PC und Tablet angezeigt werden können. Der "Blackberry Assistant" soll die Bedienung auch per Sprachbefehl ermöglichen.
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