Branche aufgeschreckt
Amazon will ins Paketgeschäft einsteigen

Bisher verpackt und verschickt Amazon seine Waren nur. In Zukunft will der Weltkonzern seine Pakete auch selbst zum Kunden bringen. Archivbild: dpa

Bonn. Unruhe auf dem deutschen Paketmarkt: Die Pläne des US-Onlineriesen Amazon, in Deutschland auch in der Zustellung Fuß zu fassen und die Branche aufzumischen, setzt die Zusteller unter Druck. "Es gibt eine gewisse Nervosität", räumt der Vorsitzende des Bundesverbandes Paket und Expresslogistik (BIEK), Florian Gerster, ein. Amazon sei ungemein kapitalstark und ein Unternehmen, das Branchen auf Trapp bringen könne.

Dabei zeigte sich der Verbandschef sicher, dass es in Ballungsgebieten den Versuch geben werde, eine Teilkonkurrenz aufzubauen. "Aber auch dort optimieren wir unsere Angebote", sagte Gerster und kündigte an, das Feld nicht kampflos aufzugeben. Das klassische und flächendeckende Zustellgeschäft werde ohnehin weiter eine Domäne der reinen Paketdienstleister bleiben.

Anfang des Jahres waren Pläne von Amazon bekanntgeworden, den deutschen Zustellern mit dem Aufbau eines eigenen Netzes Konkurrenz zu machen. So testet das Unternehmen in einem Verteilzentrum in der Nähe von München schon länger die Zustellung in Eigenregie. Auch in anderen Metropolen sollen Verteilzentren in Stadtnähe aufbaut werden. Darüber hinaus startet der Onlinehändler offenbar mit Packstationen einen weiteren Angriff auf die Deutsche Post.
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