Branche fordert Durchgreifen der EU gegen Dumping
Schutz für Stahl

Angesichts massiv gestiegener Importe aus China sind die Stahlpreise in der EU im Sinkflug. Bild: dpa
Die deutsche Stahlindustrie hat an die EU appelliert, stärker gegen chinesische Billigimporte von Stahlprodukten vorzugehen. "Die Importsituation der EU hat sich 2015 dramatisch zugespitzt", sagte Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, am Donnerstag in Düsseldorf. Im dritten Quartal seien die Auftragseingänge um 11 Prozent eingebrochen und die Schwäche der Bestellungen habe sich zum vierten Quartal fortgesetzt.

Als Ursache hierfür sieht der Verband den Anstieg chinesischer Exporte zu Dumpingpreisen. Ähnlich äußerte sich auch Wolfgang Eder, Präsident des Weltstahlverbandes. "Anti-Dumping-Maßnahmen sind bei den derzeitigen globalen Rahmenbedingungen für die Stahlindustrie auch in Europa absolut unumgänglich", sagte er in Frankfurt.

In der westdeutschen Stahlindustrie wurde am Donnerstag nach einer Marathonsitzung ein Tarifabschluss erzielt: Rund 75 000 Beschäftigte in Nordrhein-Westfalen, Bremen und Niedersachsen erhalten ab dem kommenden Jahr 2,3 Prozent mehr Geld. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 16 Monaten. Für die Monate November und Dezember erhalten die Beschäftigten eine Einmalzahlung von insgesamt 200 Euro, für die Auszubildenden sind es 80 Euro, teilte ein IG-Metall-Sprecher mit.
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