Brexit-Ängste belasten britische Währung
Kein Pfund zum Wuchern

"Brexit"-Ängste sorgten für einen tiefen Fall des Britischen Pfunds. Bild: dpa

Die Brexit-Mehrheit in Großbritannien hatte weltweit die Finanzmärkte in Aufruhr versetzt. Während sich die Aktienmärkte inzwischen wieder beruhigt haben, geht es im Devisenhandel weiter hoch her: Das britische Pfund fällt auf ein 31-Jahrestief.

Frankfurt/London. Die Furcht vor den Folgen des Brexit-Votums für die Finanzstabilität und Wirtschaft hat die Anleger wieder erfasst. Am Devisenmarkt wurde dadurch vor allem das britische Pfund stark geschwächt. Am Mittwoch kostete die Währung des Vereinigten Königreichs erstmals seit 1985 weniger als 1,28 Dollar. Zeitweise kostete ein Pfund nur noch 1,2798 Dollar und damit rund 22 Cent oder 15 Prozent weniger als kurz vor der Mehrheitsentscheidung der britischen Bevölkerung, aus der EU austreten zu wollen.

Am Nachmittag erholte sich die Währung etwas und näherte sich wieder dem Wert von 1,30 Dollar. In den ersten Tagen nach dem Votum war das Pfund bis auf 1,31 Dollar abgesackt.

Für Unruhe an den Märkten sorgten am Mittwoch schlechte Signale vom britischen Immobilienmarkt. Gleich drei große Immobilienfonds gaben diese Woche bekannt, dass sie ihren Kunden die angelegten Gelder vorerst nicht zurückzahlen können. Insgesamt wurden circa neun Milliarden Pfund (10,5 Milliarden Euro) eingefroren. Experten warnen vor Ansteckungseffekten. "Die Dominosteine beginnen zu fallen", sagt Laith Khalaf, Analyst beim Finanzdienstleister Hargreaves Lansdown.

Der britische Notenbankchef Mark Carney hatte am Dienstag vor Gefahren für die Finanzstabilität in Großbritannien gewarnt. Zudem sind die politischen Unsicherheiten gewachsen. Führende Brexit-Befürworter haben das Feld geräumt. Unterdessen läuft bei den konservativen Tories die Suche nach David Camerons Nachfolger weiter. Da Innenministerin Theresa May - eine Brexit-Gegnerin - vorne liege, gebe es Unsicherheit, ob es am Ende überhaupt tatsächlich zum Brexit kommt, sagte Thu Lan Nguyen, Devisenexpertin bei der Commerzbank. "Die anhaltende Unsicherheit bleibt somit ein wesentlicher Belastungsfaktor für die britische Konjunktur und folglich für das Pfund", so die Analystin.
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