Brexit schockt Anleger: Dax bricht ein

Das Ja der Briten zum Austritt aus der Europäischen Union (EU) hat die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Freitag kalt erwischt. Nach einem Kursbeben wich im Handelsverlauf zwar der erste Schock. Am Abend stand für den deutschen Leitindex Dax aber immer noch ein Abschlag von 6,82 Prozent auf 9557,16 Punkten auf der Anzeigetafel.

Der MDax sank um 4,54 Prozent auf 19 828,60 Punkte. Der TecDax büßte 3,35 Prozent auf 1586,67 Punkte ein. Kurz nach Handelsstart war der Leitindex noch um rund 10 Prozent oder gut 1000 Punkte eingebrochen. Solch massive Verluste hatte es das letzte Mal während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 gegeben. Die unerwartete Entscheidung für einen Brexit habe für große Unsicherheit gesorgt und entsprechend heftige Marktreaktionen ausgelöst, hieß es am Markt.

Als größte Leidtragende eines Brexit gelten die Banken, deren Kurse europaweit einbrachen. Anteilsscheine von Deutsche Bank und Commerzbank standen am Dax-Ende mit einem Verlust von 14,13 Prozent beziehungsweise 12,99 Prozent. Die Papiere der Deutschen Börse büßten 9,26 Prozent ein

Der Eurozonen-Leitindex Eurostoxx 50 rauschte um 8,62 Prozent in die Tiefe auf 2776,09 Zähler. Ähnlich steil ging es für den Pariser Index CAC-40 nach unten, während sich die Verluste im Londoner FTSE 100 in Grenzen hielten. Auch der Dow Jones Industrial in New York präsentierte sich zum Handelsschluss in Europa angeschlagen.

Renten: Die durchschnittliche Verzinsung deutscher Bundesanleihen sank auf ein neues Rekordtief: Die Umlaufrendite fiel von minus 0,07 Prozent am Donnerstag auf minus 0,20 Prozent. Der Rex stieg um 0,59 Prozent auf 143,68 Punkte. Der Bund Future schoss mit plus 1,33 Prozent auf 165,82 Punkte in die Höhe.

Euro: Der Kurs des Euro fiel. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,1066 (Donnerstag: 1,1389) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9037 (0,8780) Euro. (dpa)
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