Brexit und Terrorangst hinterlassen beim Konsumklima Spuren
Allmählich schwindet der Optimismus

Nürnberg. Der geplante Ausstieg der Briten aus der EU und die offenbar anhaltende Angst vor weiteren Terroranschlägen drücken auf die Verbraucherstimmung in Deutschland. Viele Haushalte rechneten in den kommenden Monaten mit einem schwächeren Wirtschaftswachstum und damit auch mit nicht mehr so hohen Einkommen wie bisher. Das berichtete das Marktforschungs-Unternehmen GfK am Mittwoch in Nürnberg bei der Veröffentlichung seiner Konsumklimastudie für September.

Manche Verbraucher zögerten daher inzwischen mit größeren Anschaffungen. Insgesamt aber sei die Verbraucherstimmung - verglichen etwa mit der weitaus schlechteren Konsumlaune in den Jahren 2011 und 2012 - gut, betont der GfK-Konsumforscher Rolf Bürkl. Mit 10,0 Punkten liege der Konsumklimaindex für Oktober zwar um 0,2 Zähler unter dem September. "Das ist aber noch keine Trendwende. Wir erleben derzeit beim Konsumklima ein Auf und Ab auf hohem Niveau. Ich würde eher von einer Stagnation sprechen", betonte Bürkl.

Trotzdem hätten neben dem Brexit die Terroranschläge von Würzburg und Ansbach, aber auch die Flüchtlingszuwanderung bei vielen Verbrauchern "ein leichtes Gefühl der Verunsicherung aufkommen lassen", berichtet der Konsumforscher. Und Verunsicherung sei nun mal Gift für das Konsumklima. "Dabei sprechen eigentlich die objektiven Fakten für eine gute Konsumstimmung: Die Verbraucher haben nach Tarif- und Rentenerhöhungen höhere Einkommen, die Inflationsrate ist niedrig und der Arbeitsmarkt ist stabil", gab Bürkl zu bedenken.

Trotzdem rechnen manche Bundesbürger nach der GfK-Befragung von 2000 Verbrauchern bei der Einkommenserwartung demnächst eher mit leicht schrumpfenden Löhnen und Gehältern. Der entsprechende Index sei im September um 5,7 Punkte auf 52,6 Zähler gesunken.

In der Folge ist auch die Kauflust der Bundesbürger nicht mehr ganz so groß wie in den Vormonaten. Die sogenannte Anschaffungsneigung sank im September um 4 Zähler auf 53,3 Punkte. Trotzdem sitze das Geld - im Vergleich zu zurückliegenden Jahren - bei vielen Deutschen immer noch locker.
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