Bündelung der medizinischen Versorgung als Ziel - Wissenschaftliche Begleitung durch Fraunhofer ...
Mediheld beschleunigt Versorgung auf dem Land

Die gesamtheitliche Patientenversorgung im ländlichen Raum gehört zu einer Forschungsstudie der Schug-Gruppe Eschenbach. Von links: Matthias von Endreß-Fürsteneck und Professor Dr. Gilbert Fridgen vom Fraunhofer-Institut, Dr. Markus Schäfer (Qualitätsmanager der Schug-Gruppe), Schug-Geschäftsführer Hans-Jürgen Kurz, Dr. Christoph Pinkwart (Projektträger Bayern), Tobias Hertkorn (Geschäftsführer von groupXS), Dr. Steffen Schmidt und Johanna Matthes (Medical Valley-Projektmanagement). Bild: do
Eschenbach. Das Modellprojekt "Mediheld" soll die medizinische Versorgung der ländlichen Bevölkerung verbessern: In dieser Überzeugung haben sich Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gesundheitsversorgung und Politik zusammengeschlossen, um Produkte des Gesundheitswesens gerade am flachen Land zu bündeln und Synergien zu nutzen.

Mit dabei: die Eschenbacher Schug-Gruppe. Sowohl der Arzt als auch Pflegedienste und Angehörige von Patienten legen zwischen ihrem Standort, dem Patienten und der Apotheke oder dem Sanitätshaus beträchtliche Wegstrecken zurück. Nicht selten sind Arzneimittel nicht vorrätig. Hinzu kommen oft Kommunikationsdefizite. Eine falsche Medikamentenverabreichung kann zu dramatischen Folgen führen. Apotheker Hubert Schug weiß aus langer Erfahrung: "Die derzeitige Versorgung häuslich gepflegter Patienten im ländlichen Raum ist mit vielen Fehlerquellen behaftet." Seine Idee: "Durch die Vernetzung aller Beteiligten das Informationsdefizit zu verringern und damit die Arzneimittelsicherheit für den Patienten zu verbessern". Hinzu kommen personelle und finanzielle Einsparpotentiale im Verhältnis Arzt-Patient-Apotheke-Sanitätshaus-Pflegedienst-Krankenkasse. Die Schug-Gruppe machte deshalb "Nägel mit Köpfen", um die Vielzahl der Hemmschwellen einer "gesamtheitlichen Versorgung", wie sie Hubert Schug bezeichnet, abzubauen. Der Unternehmer suchte deshalb nach fähigen Köpfen, Innovation in der Medizintechnik zu praktizieren und fand als kompetenten Partner "Medical Valley" der Europäischen Metropolregion Nürnberg, einem Zusammenschluss maßgeblicher Akteure im Gesundheitsbereich.

Digitale Plattform

Mit der Vernetzungs-Strategie von Medical Valley gelang es schließlich, der Schug- Gruppe ein Clustermanagement zu "verschreiben", das als "Mediheld"-Projekt erste Erfolge zeitigt. Unter Federführung des IT-Spezialisten "groupXS Solutions" und der Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer-Instituts FIT an der Universität Bayreuth, dem Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Sozialwirtschafts- und Gesundheitsrecht in Bayreuth und der Schug-Gruppe entwickelte sich eine effiziente digitale Plattform. Dr. Markus Schäfer, Projektleiter der Schug-Gruppe, spricht von einem komplexen Modellierungs-Prozess. Der Qualitäts-Manager schilderte bei der Schlusspräsentation in der Internationalen Begegnungsstätte Kloster Speinshart die Projektschritte und analysierte die Ergebnisse.

"Das Projekt ist gelungen", verkündete Markus Schäfer und verwies auf erste positive Vertriebsergebnisse unter anderem mit Apotheken in Lichtenfels, Ruhpolding und Werneck, mit Pflegeheimen und Pflegediensten. Ohne die wissenschaftliche Begleitung des Fraunhofer-Institutes und der Uni Bayreuth wären diese Früchte einer gelebten interdisziplinären Zusammenarbeit nicht möglich gewesen, würdigte Projektleiter Schäfer den Einsatz.

Der Qualitäts-Manager der Schug-Gruppe lobte auch die Bereitschaft des Bayerischen Wirtschaftsministeriums, die Projektstudie finanziell zu fördern. "Dank der Förderung befinden wir uns in einer Vorreiterrolle."

Zukunftsweisende Lösung

Als Vertreter der staatlichen Förderstelle nahm Dr. Christoph Pinkwart vom "Projektträger Bayern", den Abschlussbericht entgegen. Pinkwart nannte die Ergebnisse der Arbeit überzeugend: "Das Projekt Mediheld ging erstmalig ein Thema an, das vor allem den ländlichen Raum durch den demografischen Wandel zunehmend betreffen wird."

Nun gelte es den Ansatz weiterzuentwickeln und die Vertriebswege auszubauen. Sein weiteres Urteil: "Das Forschungsprojekt vernetzt fähige Menschen und schafft es, zukunftsweisende Lösungen in der ganzheitlichen Versorgung des ländlichen Raumes aufzuzeigen."

Für den Geldgeber ist die Maßnahme - aus fachlicher Sicht - positiv abgeschlossen. Über dieses "Schlusszeugnis" des staatlichen Vertreters zeigten sich alle Beteiligten hocherfreut.
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