Bürgerinitiative "Gegen Windkraf Gramlhof" stellt Energiewende in Frage
Schlüssel liegt beim Verbraucher

"Die Energiewende fängt zu Hause an." CSU-Ortsvorsitzender Johannes Reger, Erbendorf

"In der Informationsversammlung der Bürgerinitiative ,Gegen Windkraft Gramlhof' in Wildenreuth wurde die gesamte Energiewende in Frage gestellt." So sieht es CSU-Ortsvorsitzender Johannes Reger.

Erbendorf. (njn) "Die Energiewende vor Ort ist möglich. In der Stadt Erbendorf wurden bereits Schritte in die richtige Richtung gemacht", stellt Reger entgegen. Über ein Drittel der gesamten Energie stammt im Stadtgebiet bereits aus regenerativen Energiequellen.

Rückblickend auf den Infoabend, an dem Reger als zweiter Bürgermeister teilnahm, stellte er fest, dass wohl wenige Themen derzeit so leidenschaftlich diskutiert würden, wie die Windenergie. "Auf der einen Seite wird von der Verschandelung der Landschaft, auf der anderen Seite von nicht haltbaren Traumrenditen gesprochen."

"Glaubt man dieser Argumentation, so müssten sich unter den vorhandenen Windkraftanlagen wahre Berge von gehäckselten Vögeln und Fledermäusen auftürmen", sagte Reger. Seiner Meinung nach sei das Windrad aber auch zu einem Symbol für vielversprechende riesige Renditen geworden. "Daher ist ein gesundes Grundverständnis für die Windenergie für weitere Entscheidungen notwendig."

"Der CSU-Ortsverband ist hier einen anderen Weg gegangen", sagte er weiter. Nach einer Sammlung von Fakten mit regionalen Erfahrungen seien Ergebnisse zusammengefasst worden, die vor gut vier Jahren in einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt worden sind. "Diese Ergebnisse wurden, bedingt durch neuerrichtete Windkraftanlagen in der Region, immer wieder aktualisiert."

Weiterer Ausbau möglich

"Damit können wir auf einen reichen Erfahrungsschatz aufbauen", meinte der Ortsvorsitzende. Doch für ihn ist die Windkraft nur ein Teil der Energiewende. Es müsse ein gesunder Energiemix aus regenerativen Energien vorhanden sein. "Für Erbendorf ist dies der Fall", stellte Reger fest. Rund ein Drittel des Energiebedarfs werde durch regenerative Energien gedeckt. "Davon fallen an installierten Nennleistungen ohne Bio-Energie 40 Prozent auf Windkraft und 20 Prozent auf Wasserkraft."

Die erneuerbare Stromproduktion in Erbendorf betrage nach seinen Angaben rund 13 403 Megawattstunden pro Jahr. "Davon werden 38 Prozent durch Biomasse, 33 Prozent aus Photovoltaik, 20 Prozent durch Windkraft und 9 Prozent durch Wasserkraft gedeckt", erklärte Reger. Den hohen Wert an Biomasse führt er auf das Biogaskraftwerk der Stadtwerke beim Freibad zurück, die neben der Fernwärmeerzeugung auch Strom produzieren.

"Ein weiterer Ausbau der regenerativen Energien ist noch möglich", fasste Reger zusammen. Während die Wasserkraft bereits ausgebaut und kein neuer Zubau zu erwarten sei, sehe der Ausbau der Windenergie neben den drei bestehenden Windrädern am Steinbacher Berg zukünftig nur noch die geplante Windenergieanlage bei Gramlhof vor. "Weitere Anlagen sind derzeit nicht in Aussicht, nachdem der Ausweis von Windenergieflächen an der südwestlichen Gemeindegrenze abgelehnt wurde."

"Ein großes Potenzial sehe ich aber im privaten Bereich für den Ausbau der Photovoltaikanlagen in Verbindung mit dem Eigenverbrauch", sagte der CSU-Ortsvorsitzende. Derzeit gebe es in Erbendorf rund 280 Anlagen. "Und geeignete Dachflächen für Photovoltaik sind bei uns noch viele vorhanden."

Bürger sind gefragt

Trotz aller Anstrengungen der Kommune seien nach Reger aber die Bürger gefragt. "Die Energiewende fängt zu Hause an." In erster Linie sollte Wärmeerzeugung durch Strom vermieden werden. Demnach werde beispielsweise bereits Energie eingespart, wenn die Waschmaschine anstatt 50 Grad nur mit 40 Grad läuft.

"Der Schlüssel liegt in der Hand der Verbraucher", merkte der Ortsvorsitzende an. "Wichtig sind fundierte Beratungen durch Fachfirmen mit exakten Analysen des eigenen Verbraucherverhaltens." Denn so könne jeder individuell sein Energieverhalten ändern und die Möglichkeit der Erzeugung regenerativer Energien in den eigenen vier Wänden in Betracht ziehen. "Auch wenn bei diesen Investitionen keine Traumrenditen zu erwarten sind, ist man zumindest unabhängiger von den Energiepreisen."
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