Bürgermeisterwahl 2014: Jeitner gewinnt, Ritter wird gekündigt
Für Kündigung keine Gründe

Sie arbeiteten bei der Gemeinde: Matthias Jeitner als Verwaltungsleiter und Georg Ritter als Kämmerer. Bei der Bürgermeisterwahl 2014 standen sich Jeitner (Christlich-Sozialen Wählerkreis) und Ritter (CSU) gegenüber. Der "Schwarze" gewann das Rennen, der andere erhielt die Kündigung.

Fichtelberg. (bkr) Am Mittwoch standen sich Matthias Jeitner und Georg Ritter beim Arbeitsgericht in Bayreuth wieder gegenüber. Der ehemalige Verwaltungsleiter hatte seine frühere Arbeitgeberin, die Gemeinde, verklagt, die der Bürgermeister vertrat.

Urlaubsfotos auf PC

Aus der mündlichen Verhandlung ging Jeitner als Gewinner hervor. Alle Gründe der außerordentlichen Kündigung wegen eines zerrütteten Vertrauensverhältnisses mussten zurückgenommen werden. Auch wies Vorsitzender Richter Stefan Nützel den Vorwurf zurück, auf Jeitners PC hätten sich Bilder befunden, die dort nicht hätten sein dürfen. Er meinte: "Die Bilder waren weit entfernt von einem pornographischen Inhalt."

Laut Jeitner hat die Kommune Urlaubsfotos ins Feld geführt, die seine Eltern in Badekleidung zeigten. Aufgenommen worden seien sie im Auftrag des ehemaligen Bürgermeisters José-Ricardo Castro Riemenschneider in einem österreichischen Bad, das Bäderkönig Heinz Steinhart gebaut hatte.

Aufgrund Jeitners neuem Arbeitsverhältnis seit 1. Januar bei der Verwaltungsgemeinschaft Schönsee setzte das Gericht das Ende seines Beschäftigungsverhältnisses auf den 31. Dezember 2014 fest. Auch deshalb, weil eine weitere gedeihliche Zusammenarbeit nicht mehr zu erwarten ist. Dem Gericht muss er jedoch nachweisen, vom Mai 2014 bis zum Jahresende ununterbrochen arbeitsunfähig erkrankt gewesen zu sein.

Die Gemeinde soll entsprechend der mündlichen Verhandlung verpflichtet werden, dem Kläger 158,5 Überstunden zu entlohnen. Das Gericht setzte hier einen Betrag von 4067,11 Euro fest. Des Weiteren sind 33 Urlaubstage aus den Jahren 2013 und 2014 mit 6517,50 Euro brutto auszubezahlen. Die Kommune muss weiter die Vergütung bis zum Jahresende 2014 ordnungsgemäß abrechnen. Dabei sind die Jahressonderzahlung, der Krankengeldzuschuss, die vermögenswirksamen Leistungen und die betriebliche Altersversorgung zu berücksichtigen. Das Arbeitsgericht regte zudem eine Abfindung in Höhe von 5800 Euro an. Ein bereits bezahlter Betrag von 1900 Euro ist einzubeziehen.

Widerrufsfrist bis 22. Mai

Dieses Ergebnis der mündlichen Verhandlung bedarf noch der Zustimmung des Fichtelberger Gemeinderates. Es wird erst dann Urteil, wenn keine der Parteien bis zum 22. Mai Widerruf erhebt. Sein abschließendes Urteil will das Gericht am 10. Juni um 8.45 Uhr verkünden.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.