Bundesregierung beschließt Förderung von E-Autos - Freie Busspuren
Mit Anschub aus der Nische

Aufladen statt volltanken. Ein zu Demonstrationszwecken aufgeschnittenes Elektroauto auf dem Nissan-Stand bei der IAA für Nutzfahrzeuge in Hannover. Die Bundesregierung will deutlich mehr Elektroautos auf die Straße bringen. Bild: dpa
Elektroautos führen bisher ein Nischendasein auf deutschen Straßen. Mit Privilegien wie der Nutzung von Busspuren und kostenlosen Parkplätzen sollen Kaufanreize geschaffen werden. Mit dem am Mittwoch vom Bundeskabinett auf den Weg gebrachten Elektromobilitätsgesetz sollen E-Autos bevorzugt und aus ihrem bisherigen Nischendasein herausgeholt werden.

Zusätzlich sollen Elektrofahrzeuge auf einen Blick erkennbar sein. Mit einem Kfz-Sonderkennzeichen will der Staat auch besser überwachen, dass es nicht zu Missbrauch von Privilegien kommt. Zufahrtsverbote sollen aufgehoben werden. Im Ausland zugelassene Fahrzeuge sollen ebenfalls von den Privilegien profitieren und dazu eine Plakette erhalten.

Die Bundesregierung will insgesamt deutlich mehr umweltfreundliche Elektroautos auf die Straßen bringen. Ziel ist es, dass es im Jahr 2020 eine Million E-Autos in Deutschland gibt. Bisher gibt es nur wenige Elektro- und Hybrid-Fahrzeuge. Als größte Probleme gelten eine relativ geringe Reichweite, hohe Anschaffungskosten und eine kaum ausgebaute Infrastruktur. Die Autobranche befürchtet, dass die Sonderregeln nicht wirken wie erhofft. Kaufprämien lehnt die Bundesregierung aber ab. Sie fördert stattdessen Forschung und Entwicklung. Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hofft, dass mit den Maßnahmen sowie "einer steigenden Auswahl an E-Modellen und einer anwachsenden Zahl an E-Autos auf den Straßen" der Absatz weiter steigt. Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) erklärte, mit dem Gesetz erhielten Kommunen die Möglichkeit, Elektromobilität so zu fördern, wie es vor Ort am meisten Sinn ergebe. "Etwa aus Gründen der Luftreinhaltung." Das Gesetz soll im Frühjahr 2015 in Kraft treten.
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Johann Strasser aus Winklarn | 12.04.2016 | 08:57  
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