Bundesregierung fördert Ausbau der Elektromobilität
Zusätzliche Millionen für Wasserstoff-Autos

Großkariert: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU, links) hält es für möglich, dass im Jahr 2020 eine Million E-Autos auf deutschen Straßen unterwegs sind. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) ist hingegen deutlich skeptischer. Bild: dpa

Aller staatlichen Förderung zum Trotz - die Absatzzahlen für Elektroautos sind eine einzige Enttäuschung. Die Bundesregierung hält trotzdem ihr Ziel hoch: eine Million E-Autos bis 2020. Zusätzliches Geld gibt es für die Wasserstoff-Technologie.

Die Bundesregierung verstärkt ihre Anstrengungen, um dem stockenden Ausbau der Elektromobilität Schwung zu verleihen. Zwischen 2016 und 2018 fließen 161 Millionen Euro in die Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologie. Außerdem soll das Netz an Wasserstoff-Tankstellen in den kommenden Jahren ausgebaut werden. Eine Sprecherin des Verkehrsministeriums bestätigte am Montag einen entsprechenden Bericht der Zeitung "Die Welt".

Obwohl der Absatz den Prognosen gewaltig hinterherhinkt, bekräftigte Verkehrsminister Alexander Dobrindt das Ziel von einer Million Elektroautos auf deutschen Straßen bis 2020. "Natürlich sind das ambitionierte Ziele", sagte der CSU-Politiker am Montag zum Auftakt einer Konferenz zum Thema Elektromobilität in Berlin. Aber wer unambitioniert an die Arbeit gehe, werde nicht erfolgreich sein. "Ich glaube übrigens, dass wir dieses Ziel erreichen können", fügte er hinzu.

Gabriel skeptisch

Skeptischer äußerte sich Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD). Man müsse aufpassen, dass man nicht durch das beständige Wiederholen "von nicht erreichbaren Zielen am Ende sich und das Projekt lächerlich macht", sagte der Vizekanzler. Er sei dafür, die Ziele dennoch nicht zu reduzieren und sich lieber etwas einfallen zu lassen, um sie zumindest annähernd zu erreichen.

Anfang 2015 gab es dem Verband der Automobilindustrie (VDA) zufolge bundesweit 25 300 E-Autos. Problem sind vor allem die hohen Anschaffungskosten und die geringe Reichweite. Bislang zählte das Beratungsgremium der Regierung, die Nationale Plattform Elektromobilität, für diese Statistik alle Fahrzeuge, die an der Steckdose geladen werden können. Brennstoffzellenautos gehören streng genommen nicht dazu. Hier wird aus Wasser- und Sauerstoff Strom erzeugt, der den Elektromotor antreibt.

Die Ministeriumssprecherin sagte, es solle "technologie-offen" gefördert werden. Ende des Jahres soll es dem Zeitungsbericht zufolge 50 Wasserstofftankstellen in Metropolregionen und entlang der Hauptautobahnen geben. Bis 2023 sollen mit Hilfe der Industrie weitere 350 Tankstellen hinzukommen. Bereits angekündigt hatte Dobrindt, dass Autobahn-Raststätten bis 2017 mit 400 neuen Schnellladesäulen für Elektroautos ausgestattet werden sollen. Die Bundesregierung fördert außerdem sieben weitere Technologie-Projekte, wie am Montag mitgeteilt wurde.

Merkel verspricht Hilfe

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stellte auf der Konferenz neue finanzielle Anreize für den Kauf von Elektroautos noch in diesem Jahr in Aussicht. Deutschland werde "um eine weitergehende Förderung nicht herumkommen, obwohl wir schon Einiges gemacht haben", sagte sie. Das zeige nicht zuletzt der Vergleich mit anderen Ländern. Die Kanzlerin fügte hinzu, steuerliche Maßnahmen erforderten immer das Einverständnis von Bund und Ländern.
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