Bundestagsabgeordnete Uli Grötsch (SPD) besucht Biogasanlage Pickel GbR im Birgland-Weiler ...
Gegenwind für Biogas-Branche

Martin Pickel (Dritter von links) schilderte der Besuchergruppe um den Bundestagsabgeordneten Uli Grötsch (Sechster von links), Bürgermeisterin Brigitte Bachmann (Fünfte von links) und SPD-Kreistagsfraktionssprecher Winfried Franz (Dritter von rechts) die aktuellen Probleme der Betriebe im Biogasbereich. Bild: fm

Wer übers Land fährt, sieht immer wieder mal die typischen Kuppelbauten der Biogasanlagen. Eine solche betreibt auch die Pickel GbR im Birgland-Weiler Ammerried. Sie wollte sich eigentlich ein zweites Mal vergrößern, doch die Hürden für solche Projekte werden höher.

Durch die ständige Verschärfung der Bedingungen für Biogasanlagen wachsen die Sorgen ihrer Betreiber, ob und wie sie überhaupt noch weiter planen können. Das bekam jetzt der Bundestagsabgeordnete Uli Grötsch (SPD) bei einem Besuch vor Ort zu hören.

Vor neun Jahren entstand die Anlage mit einer Leistung von 250 kW. Sie wurde nach einigen Jahren auf 400 kW ausgebaut. 2014 kam die Genehmigung, sie um zusätzliche 530 kW zu erweitern. Die Pläne für Gasspeicher und Gärrestbehälter liegen allerdings noch bei der Behörde.

Das erfuhr der Bundestagsabgeordnete vor Ort von Cassandra und Martin Pickel. Die Betreiber schilderten die Situation, die sich in den vergangenen Jahren ständig verschärft habe. Neue Vorschriften hätten den Bestandschutz aufgeweicht und die Planungssicherheit für künftige Entwicklungen in Frage gestellt.

Biogas sei die einzige Variante der erneuerbaren Energien, die an der Strombörse Leipzig zugelassen ist. Der Vorteil gegenüber Photovoltaik und Windkraft bestehe darin, dass die Stromlieferung aus Biogas jederzeit hochgefahren werden könne, wenn es der Bedarf erfordert.

Die Verbraucher würden falsch informiert, wenn der Eindruck erweckt wird, dass der Strompreiszuschlag nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) durch deren Erzeuger zustande kommt. Verschwiegen werde, dass die Versorger den bei Überangebot fallenden Strompreis nicht an die Kunden weitergäben.

Uli Grötsch zog daraus den Schluss, dass ein Mittelweg mit den EEG-Anwendern gefunden werden müsse. Der SPD-Kreistagsfraktionssprecher Winfried Franz vermisste die Einbindung der Landwirtschaftspolitiker in die anstehenden Änderungen. Das Konkurrenzdenken der Landwirte untereinander spiele den Großkonzernen in die Karten. Sie hielten von einer dezentralen Stromerzeugung nicht sehr viel.
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