Bundesweite Warnstreiks bei der Post

In vielen Post-Niederlassungen traten Beschäftigte am Mittwoch in den Streik. Bild: dpa
Verdi hat am Mittwoch bundesweit in allen Niederlassungen Zusteller der Deutschen Post zu Warnstreiks aufgerufen. Mit dem Ausstand will die Gewerkschaft ihre Forderung nach einer Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden mit vollem Lohnausgleich untermauern. Der Ausstand soll bis heute Abend fortgesetzt werden. Uwe Brinks, der Betriebsratsvorsitzende der Deutschen Post, teilte mit, am Mittwoch seien sechs Millionen Briefe und 300 000 Pakete liegen geblieben. Die Post habe durch den Einsatz von Beamten, Mitarbeitern aus Service-Bereichen sowie durch eine punktuelle Aufstockung der Arbeit bei den Servicepartnern die Ausfälle bei der Zustellung zum Teil auffangen können.

Verdi fordert für die 140 000 tariflich bezahlten Mitarbeiter der Post Arbeitszeitverkürzungen von 38,5 auf 36 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich. Hintergrund des Ausstands ist die Gründung von Regionalgesellschaften in der Paketzustellung, bei denen die Zusteller zu niedrigeren Tarifen bezahlt werden. Darin sieht Verdi eine Bruch der Vereinbarungen zum Schutz vor Fremdvergabe. Danach darf die Post bei der Zustellung von Briefen und Paketen maximal 990 Paketzustellbezirke - das sind weniger als 10 Prozent - an konzerninterne oder externe Unternehmen vergeben. Von den neuen Gesellschaften seien die angestellten Mitarbeiter der Post gar nicht betroffen, sagt dagegen das Post-Management. In den regionalen Gesellschaften, die zur Posttochter DHL Delivery gehören, sei den befristet Beschäftigten ein dauerhafter Arbeitsplatz angeboten worden; zudem sollen zusätzliche Beschäftigte angeworben und so der Boom im Online-Handel aufgefangen werden.
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