Daimler steigt bei Tesla aus

Vor fünf Jahren war Daimler beim Elektroauto-Produzenten Tesla (im Bild Fahrzeuge vom Typ Model S) eingestiegen. Nun hat der deutsche Konzern seine Beteiligung versilbert. Bild: dpa

Schon zu Startup-Zeiten stieg der Autobauer Daimler beim US-Elektropionier Tesla ein. Nun trennen sich die Schwaben von ihrer Beteiligung - und erhöhen damit ihren finanziellen Spielraum.

Daimler trennt sich von seinen Anteilen am amerikanischen Elektro-Pionier Tesla. "Es hilft uns, dass wir genügend Kapital für das weitere organische Wachstum haben", sagte der Daimler-Betriebsratsvorsitzende Michael Brecht am Mittwoch in Stuttgart. "Es tut uns gut für unsere Eigenkapitalstruktur." Brecht hatte die Entscheidung als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender mitgetragen.

Daimler hatte erklärt, als Großaktionär bei Tesla auszusteigen. Der Anteil von rund vier Prozent im Wert von umgerechnet mehr als 600 Millionen Euro sei abgegeben worden. Das Geld soll ins operative Geschäft gesteckt werden. Die Kooperation bei Fahrzeugprojekten bleibt aber bestehen. Zuletzt hatte Daimler sich von verschiedenen Beteiligungen getrennt. So war der Konzern beispielsweise 2013 beim Luft- und Raumfahrtkonzern EADS ausgestiegen.

Tesla hat für Daimler am elektrischen Smart sowie der elektrischen A- und B-Klasse von Mercedes mitgearbeitet und wird auch weiterhin Teile des Antriebs liefern. Für Daimler ist die Tesla-Beteiligung eine Erfolgsgeschichte. In den vergangenen Jahren hat sich der Aktienkurs des an der Börse beliebten Unternehmens vervielfacht.

Geld für Sprinter-Werke

In den Ausbau und die Modernisierung seiner deutschen Pkw-Standorte steckt der Autohersteller in diesem Jahr mehr als drei Milliarden Euro. Am Dienstag hatte der Konzern zudem Investitionen von 450 Millionen Euro in seine beiden deutschen Sprinter-Werke angekündigt. Zudem ist ein Sprinter-Werk in Nordamerika geplant.

Daimler war im Mai 2009 mit 9,1 Prozent bei Tesla eingestiegen, hatte aber 40 Prozent seines Anteils kurz darauf an den Staatsfonds Aabar aus Abu Dhabi veräußert. Das war noch vor dem Börsengang der Firma des schillernden Milliardärs Elon Musk Mitte 2010.
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