Daimler wirft ein Auge auf MV Agusta

Der Motorradhersteller MV Agusta (im Bild eine Rennmaschine aus dem Jahr 1976) ging aus der Firma des Luftfahrtpioniers Giovanni Agusta hervor. Die auch im Motorsport erfolgreiche Firma rutschte Ende der 1970er Jahre in die Krise. Die Familie Castiglioni übernahm die Marke in den Neunzigern. Nach einigen Jahren unter dem Dach von Harley-Davidson holte die Castiglioni-Gruppe MV Agusta nach Italien zurück. Archivbild: dpa
Daimler will nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" beim italienischen Edel-Motorradbauer MV Agusta einsteigen. Die Stuttgarter stehen dem Bericht zufolge kurz davor, bis zu 25 Prozent an dem Hersteller aus Varese zu übernehmen. Demnach will Daimler den Kauf über die Tuning-Tochter AMG abwickeln. Daimler und MV Agusta wollten dies am Dienstag nicht kommentieren.

Laut "SZ" erhoffen sich die Italiener von dem Geschäft einen Internationalisierungsschub durch das Vertriebsnetz von Daimler. Der Blick geht demnach vor allem in Richtung USA und Asien. Ziel sei es, den Umsatz in den kommenden Jahren auf 200 Millionen Euro zu verdoppeln. 2014 sollen knapp 10 000 Edel-Motorräder verkauft werden. MV Agusta hatte nach zuletzt verfügbaren Daten (2012) rund 200 Mitarbeiter.

Auch andere deutsche Autobauer sind im Motorradgeschäft aktiv. Zuletzt kaufte etwa die VW-Tochter Audi den italienischen Hersteller Ducati. BMW hat eine eigene Motorradsparte. Der Autozulieferer Bosch kündigte jüngst zudem an, mit neuen Antriebssystemen im weltweiten Motorradmarkt mitmischen zu wollen.
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