Darauf müssen Nutzer bei Discounter-Reisen achten
Mehl, Milch und Urlaub

In meist bunten Broschüren, die in den Geschäften ausliegen, preisen Discounter ihre Reisen an. Von Eigenanreise mit Übernachtung und Frühstück bis hin zur All-inclusive-Kreuzfahrt gibt es nahezu jede Art von Reise. Bild: hfz

Seit mehr als einem Jahrzehnt bieten Discounter und andere Handelsketten günstige Reisen an - teilweise auch zu so exotischen Zielen wie Myanmar und dem Iran. Auf einiges sollten die Kunden allerdings bei der Buchung achten.

Vom Bayerischen Wald bis in die Karibik, von den Hurtigruten bis in die Antarktis: Jede Woche finden sich bei den Discountern Plakate, die Lust aufs Reisen machen. Kreuzfahrten, Städtereise, Badeurlaub: Es gibt fast nichts, was es nicht gibt bei Aldi, Lidl, Netto, Tchibo und Co.

Wer bietet die Reisen an?

Die Discounter arbeiten mit Reiseveranstaltern zusammen. Dazu gehören bei Aldi Süd nach Unternehmensangaben beispielsweise Berge & Meer, Eurotours, Center Parcs und Select Holidays. Lidl vertreibt Reisen unter anderem von BigXtra Touristik, clevertours.com oder der Mediplus Gruppe. Außerdem arbeitet Lidl-Reisen seit fast vier Jahren weltweit auch direkt mit touristischen Lieferanten zusammen, erklärt Sprecherin Isabel Lehmann. Tchibo kooperiert nach Angaben von Helen Rad, Sprecherin Non Food, derzeit mit 18 verschiedenen Veranstaltern.

Wo gibt es Informationen über die Reisen?

Die Plakate mit schönen Bildern und Reise-Kurzinformationen hängen in der Regel hinter den Kassen der Discounter aus. Lidl etwa veröffentlicht jeweils zu Beginn und zur Mitte eines Monats einen Flyer, der in allen deutschen Filialen ausliegt. Auch Aldi Nord und Aldi Süd produzieren regelmäßig Haushaltsflyer, auf denen die Reiseangebote beschrieben sind. Zudem haben die Discounter und Ketten teils eigene Webseiten, auf denen die Reisen aufgeführt sind und über die die Kunden direkt buchen können.

Sind die Reisen vom Discounter günstiger als die Pauschalreise aus dem Reisebüro?

Nur weil man eine Reise bei einem Discounter bucht, muss das nicht das günstigste Angebot sein, sagt Falk Murko von der Stiftung Warentest in Berlin. "Jeder Urlauber sollte noch mal im Internet oder in Katalogen vergleichen, ob dieselbe Reise nicht woanders günstiger zu haben ist." Allerdings werden die Reisen etwa für Aldi speziell zusammengebaut. "Die Reise, die bei Aldi angeboten wird, gibt es von uns so nirgendwo anders", sagt Berge-und-Meer-Sprecherin Nina Meyer. Sie rät Kunden, das Kleingedruckte genau zu lesen: Ist das Ausflugsprogramm enthalten oder muss es extra bezahlt werden? Welche Mahlzeiten sind bereits bezahlt?

Was sollte man bei den Schnäppchenreisen noch beachten?

Oft werden die Reisen bei den Discountern kurzfristig angeboten. Gerade bei exotischen Ländern kann das knapp werden, denn es gibt einiges zu erledigen: "Man muss sich über notwendige Impfungen informieren, oft dauert die Prophylaxe mehrere Wochen", sagt Murko. Außerdem könne es sein, dass ein Visum zur Einreise notwendig ist. "Auch das kann eine Weile dauern." Grundsätzlich sollten sich Reisende über die politischen Gegebenheiten in einem Land informieren und auch die Reiseinformationen auf der Homepage des Auswärtigen Amtes beachten.

Welche Handhabe gibt es, wenn man mit den Leistungen nicht zufrieden ist?

Zuständig für Reklamationen ist immer der Veranstalter, nicht der Vermittler. "Die Rechtsprechung ist grundsätzlich für alle gleich - egal ob eine Reise bei Tchibo gebucht wurde oder im Reisebüro", sagt Sprecherin Rath. Wichtig ist, schon im Vorfeld der Reise darauf zu achten, dass man einen Reisesicherungsschein mit der Bestätigung bekommt, sagt Murko. "Vorher sollte man die Rechnung nicht zahlen." Der Schein ist die Sicherheit für den Kunden, dass seine Gelder auch im Falle einer Insolvenz des Veranstalters abgesichert sind.
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