Degenhart bürstet gegen den Strich
Conti-Chef: E-Auto noch viel zu teuer

Conti-Chef Elmar Degenhart kickt auf der hauptversammlung eine Kugel mit einem durchgestrichenen Schriftzug "CO2" von der Bühne. Bild: dpa

Continentals Erfolgsfahrt hält nun seit Jahren an. Und Konzernchef Degenhart hat auch für den Start 2016 wieder nur beste Zahlen im Gepäck. Doch bei seinem Blick auf die Branche bürstet er mal gegen den Strich.

Hannover. Continental-Chef Elmar Degenhart sieht den Traum vom umweltfreundlichen Autofahren noch in weiter Ferne. Der Weg zu echter grüner Mobilität sei lang und steinig, und die Elektromobilität spiele noch auf Jahre nur eine Nischenrolle, sagte er am Freitag bei der Hauptversammlung in Hannover. Mehrfach wies er - als Chef eines der weltgrößten Autozulieferer - das angeblich grüne Image batteriebetriebener Autos als derzeit falsch zurück. "Ohne rein grüne Stromquellen sind Elektrofahrzeuge kein sinnvoller Beitrag zum Umweltschutz."

Zudem sei das E-Auto heute noch viel zu teuer. Für den Durchbruch müssten die Batterien technisch noch erheblich zulegen. "Zu groß, zu schwer, zu teuer - und damit nicht tauglich für den heutigen Alltag", sagte Degenhart zum jetzigen Stand. Verglichen mit heute müssten die Batterien halb so groß und halb so schwer werden und "deutlich weniger als halbe Kosten" haben. Doch diese würden erst etwa 2025 serienreif sein. Die Bundesregierung hatte kürzlich eine Kaufprämie zur Förderung der schleppend anlaufenden E-Mobilität auf den Weg gebracht.

Degenhart schlussfolgerte: "Der Verbrennungsmotor wird noch weit über 2020 hinaus die wichtigste Antriebsart im Fahrzeug sein." Wichtig sei daher, alle Chancen für sparsamere herkömmliche Antriebe zu nutzen - etwa über spritsparende Direkteinspritzung, die Zwangsbeatmung über Turbolader oder die Abgasnachbehandlung, die Schadstoffe einfängt. Mit Blick auf weitere Trends sagte Degenhart, in den kommenden fünf Jahren werde vor allem die Vernetzung boomen. Daraus entstünden Chancen für Mobilitäts-Dienstleistungen. Dort sieht Conti künftig sogar mehr Geschäft als im eigentlichen Autoverkauf.

Der Konzern erhöhte die Jahresprognose für den Gewinn aus dem laufenden Geschäft leicht. Im ersten Quartal 2016 wuchs der Umsatz um 3 Prozent auf 9,85 Milliarden Euro, das Ebit kam auf 1,1 Milliarden Euro. Als Dividende wollten die Aktionäre 3,75 Euro pro Aktie beschließen.
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