"Den eigenen Sinnen vertrauen"

Täglich kommen Verbraucher mit einer Vielzahl an Stoffen in Kontakt: Doch wie stellt man sicher, dass keine gefährlichen Inhaltsstoffe in Kleidung oder Kinderspielzeug stecken? Ralf Diekmann, Experte für Produktsicherheit beim TÜV Rheinland, rät: "Den eigenen Sinnen vertrauen."

Spielzeug: Wird ein Geruch wahrgenommen, der untypisch für das Material scheint, ist Vorsicht geboten, erklärt Diekmann. Der Tast-Test zeigt: Gibt es scharfe Ecken und Kanten? Sind die Nähte beim Teddy fest? Dann folgt der Blick auf die Aufschriften: Zwingend notwendig ist das CE-Kennzeichen. Dabei handelt es sich um eine Selbstauskunft des Herstellers oder Importeurs. Bewährt hat sich außerdem das GS-Zeichen - es steht für "Geprüfte Sicherheit". Es ist ein freiwilliges Prüfzeichen: "Das Produkt wurde dann von einem unabhängigen und akkreditierten Testlabor auf Sicherheit untersucht, und solange ein Produkt ein GS Kennzeichen trägt, steht es unter dessen Überwachung." Sicherheits- und Bedienungshinweise müssen auf Deutsch verfasst sein. Genannt werden muss der Hersteller oder derjenige, der das Produkt "in Verkehr" gebracht hat.Spielzeug für Kinder unter drei Jahren unterliegt strengeren Vorschriften.

Kleidung: Wie beim Spielzeug sollten Verbraucher auch die Kleidung auf untypische Gerüche testen. Besondere Aufmerksamkeit gilt bei gummierten Aufdrucken und besonders grellen Farben: Dort können verbotene Weichmacher oder verbotene Farbstoffe enthalten sein, sagt Diekmann. Verbraucher können sich an Prüfzeichen wie "Textiles Vertrauen" oder "Toxproof" orientieren. In jedem Fall empfiehlt es sich, die Kleidung vor dem ersten Tragen zu waschen, denn manchmal werden Textilien für den Transport präpariert.

Kosmetika: Hier gibt es zwei Probleme. Das erste: Die Inhaltsstoffe sagen vielen Verbrauchern nichts. Das zweite: Die Aussage "dermatologisch getestet" besagt nur, dass das Produkt unter Aufsicht eines Dermatologen an Probanden getestet wurde - aber nicht, an wie vielen oder unter welchen Bedingungen, sagt Diekmann. Helfen könne hier das Gespräch mit dem Verkaufspersonal. Und wer schon einmal auf einen Stoff allergisch reagiert hat, sollte sich nicht nur diesen merken, sondern auch solche, die der gleichen Stoffgruppe angehören.

Sonnenbrillen: Unerlässlich bei der Wahl einer Brille ist das CE-Kennzeichnen. Daneben sollten Verbraucher darauf achten, ob Name und Anschrift des Herstellers mit Sitz in der EU angegeben sind. Gut ist auch, wenn die Filterkategorie nach DIN EN 1836 vermerkt ist, bei der Kategorie 4 braucht es den Zusatz "nicht verkehrstauglich". (dpa)
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