Der Dresdner Bombenhagel

Zur Bombardierung von Dresden im Februar 1945 meint ein Leser:

Es ist nicht gut, Mordzahlen gegeneinander aufzurechnen, wenngleich der Völkermord eine andere Dimension gegenüber einem Einzelmord ist. In den Bombennächten vom 13./14. Februar 1945 und noch Monate danach wurde vielfach erbarmungslos auch durch die Siegermächte England und USA gemordet. Nach Aussagen der Alliierten selbst wurden an diesen beiden Tagen durch englische, amerikanische und kanadische Bomber 782 000 Spreng-und Brandbomben mit einem Gewicht von ca. 3270 Tonnen auf die Stadt Dresden abgeworfen. An weiteren zwei Tagen warfen US-Bomber nochmal 2537 Tonnen Luftminen, Spreng-und Stabbrandbomben in das schon tote Dresden.

Diese Tatsachen gehören auch zu einer ehrlichen historischen Aufarbeitung der Kriegs-und Nachkriegsgeschichte, ebenso das Eingestehen von Fehlern der Besiegten und der Sieger. Und wenn heute meist selbsternannte Historiker von 25 000 Toten in Dresden reden, dann steht dem entgegen ein Bericht der Ordnungspolizei Dresden, die 252 000 Tote gemeldet hat, sowie eine Recherche des Internationalen Roten Kreuzes, die ca. 250 000 bis 300 000 Tote, meist unkenntlich verbrannt, aufwies.

Tatsachen sind auch, dass zum Zeitpunkt der Bombardierung Dresden ca. 680 000 Einwohner hatte und mit Flüchtlingen aus den deutschen Ostgebieten überfüllt war, und dass sich keine oder nur ganz wenige Soldaten in der Stadt befanden. Die Toten wurden mit Güterzügen aus der Stadt gebracht und dann in Riesenstapeln verbrannt. Drei Wochen loderten die Feuer.

Dem englischen Bomberadmiral Harris hat man ein großes Denkmal gesetzt, eine Entschuldigung der Bombermächte von damals steht aus. Autonome Leute rufen heute in Dresden, "Harris komm wieder, Deutschland verrecke". Und die deutschen Spitzenpolitiker weisen gebeugten Hauptes auf die deutschen Verbrechen hin: Das ist schon richtig und gut, aber über deutsche Opfer darf ebenso nicht geschwiegen werden, denn ein Volk, das sich seine Geschichte vorschreiben lässt, schafft sich ab.

Konrad Lingl, 92709 Moosbach
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