Der EZB-Krisenkurs in Zitaten

Mit Mario Draghi an der Spitze fährt die Europäische Zentralbank (EZB) einen beispiellosen Anti-Krisen-Kurs. Der Italiener führt die Notenbank seit dem 1. November 2011 und hat bald die Hälfte seiner achtjährigen Amtszeit absolviert. Eine Auswahl von Draghi-Zitaten:

"Wir werden von niemandem gedrängt. Wir sind unabhängig. Wir bilden uns unsere eigene Meinung. Das ist es." Draghi bei seiner ersten Pressekonferenz nach seinem Amtsantritt am 3. November 2011 in Frankfurt.

"Die EZB ist bereit, im Rahmen ihres Mandats alles zu tun, was nötig ist, um den Euro zu retten. Und glauben Sie mir: Es wird genug sein." Draghi am 26. Juli 2012 in London.

"Der EZB-Rat erwartet, dass die Zinssätze der EZB für einen längeren Zeitraum auf dem aktuellen Niveau oder darunter bleiben werden." Draghi legt sich nach der EZB-Sitzung vom 4. Juli 2013 erstmals in der Geschichte der Notenbank auf künftige Zinsentscheidungen fest.

"Wenn wir Deflation verstehen als einen weit verbreiteten Verfall von Preisen in vielen Warengruppen und in mehreren Ländern - das sehen wir nicht." Draghi am 7. November 2013 nach der Senkung des Leitzinses von 0,5 Prozent auf 0,25 Prozent.

"Ich bin sehr bewegt von Helmut Schmidts Worten und sollte dafür wirklich dankbar sein. Komplimente sind Mangelware in diesen Tagen." Draghi am 7. November 2013 in Hamburg bei einer Diskussion mit dem Altkanzler. Schmidt hatte gesagt, auf Draghi könne man sich verlassen.

"Der EZB-Rat ist sich einig, dass die EZB gegebenenfalls auch weitere unkonventionelle Maßnahmen im Rahmen ihres Mandats einsetzen wird, um die Risiken einer zu langen Periode niedriger Inflationsraten in den Griff zu bekommen." Draghi nach der Sitzung des EZB-Rates am 3. April 2014 in Frankfurt.

"Wir werden nicht zulassen, dass die Inflation zu lange auf zu niedrigem Niveau bleibt." Draghi am 26. Mai 2014 bei einer EZB-Konferenz im portugiesischen Sintra.

"Das ist ein bedeutendes Maßnahmenpaket. Sind wir schon am Ende? Nein. Wir sind hiermit nicht am Ende, solange wir uns im Rahmen unseres Mandates bewegen." Draghi am 5. Juni 2014 in Frankfurt nachdem die Notenbank ein ganzes Bündel von Maßnahmen gegen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche im Euro-Raum beschlossen hat.

"Die Zinssätze, die wir festlegen, gelten für Banken, nicht für die Menschen. Die Behauptung, wir wollten Sparer enteignen, ist völlig falsch." Draghi am 5. Juni 2014 nach der Sitzung des EZB-Rates in Frankfurt.

"Wir mussten etwas tun, das ist unsere Pflicht." Draghi am 4. September 2014 in Frankfurt zum EZB-Beschluss, Kreditverbriefungen und Pfandbriefe zu kaufen.

"Es gab aus unserer Sicht wenig Zweifel, dass wir handeln sollten." Draghi am 22. Januar 2015 zum Beschluss der Notenbank, ab März monatlich 60 Milliarden Euro in Staatsanleihen und andere Werte zu stecken - insgesamt gut 1,1 Billionen Euro bis September 2016.

"Ich könnte ein paar Witze dazu erzählen. Aber ich lese einfach noch mal das Eingangsstatement vor. Denn das ist alles, was wir heute sagen können. Und ich vermeide Witze in dieser Sache lieber." Draghi am 22. Januar 2015 auf die Frage eines Journalisten: "War's das jetzt? War's das - oder können die Leute erwarten, dass die Geldpolitik demnächst noch verschärft wird?"

"Wir haben den Willen und die Fähigkeit zu reagieren, falls dies notwendig ist." Draghi am 3. September 2015 zu einer möglichen Ausweitung des Anleihenkaufprogramms. (dpa)
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