Der Kranich bleibt am Boden

Viel Betrieb herrschte am Montag an den Umbuchungsschaltern der Lufthansa am Frankfurter Flughafen. Bild: dpa

Nach den Lokführern sind wieder die Lufthansa-Piloten mit Streik dran. Bis heute um Mitternacht sollen die Flugzeuge am Boden bleiben. Mittlerweile wachsen die Sorgen der Wirtschaft in Deutschland.

Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit erhöht im Streit um den Vorruhestand der Lufthansa-Piloten mit neuen Arbeitsniederlegungen den Druck. Nach dem Ende des Lokführerstreiks begann am Montagmittag der 35-stündige Ausstand der Piloten zunächst auf der Kurz- und Mittelstrecke. Heute sollen die Ausstände von 6 Uhr bis kurz vor Mitternacht auf Langstreckenverbindungen ausgeweitet werden. Die achte Streikwelle der Piloten trifft vor allem Lufthansa-Passagiere auf Strecken von und nach Frankfurt. Die Fluggesellschaft mit dem bekannten blau-gelben Kranich-Logo stellte die Langstreckenverbindungen in die Mainmetropole für heute fast vollständig ein. Der überwiegende Teil der Kurz- und Mittelstreckenflüge werde ebenfalls gestrichen, teilte die Lufthansa weiter mit. Ab München könnten dagegen voraussichtlich rund die Hälfte aller geplanten Kurz-, Mittel- und Langstreckenflüge starten. Langstreckenflüge von und nach Düsseldorf sollten planmäßig verkehren. Insgesamt streicht die Fluggesellschaft mehr als 1500 Flüge, betroffen sind etwa 166 000 Passagiere. Am Montagnachmittag veröffentlichte die Lufthansa auf ihrer Internetseite einen Sonderflugplan.

Die Streiks schaden aus Sicht der Industrie der Volkswirtschaft, vor allem dem Logistik-Standort Deutschland. Mit Blick auf den Piloten-Ausstand sagte Dieter Schweer, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung: "Der Streik blockiert globale Logistikprozesse, den Tourismus und viele Geschäftsreisen." Josef Sanktjohanser, der Präsident des Handelsverbands HDE, sagte: "Wenn die Kunden wegbleiben und die Ware nicht ankommt, weil die Bahn nicht fährt, ist das eine Katastrophe für unsere Unternehmen und Beschäftigten." Der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik klagt, Industriebranchen würden von der Rohstoffversorgung abgeschnitten. Wichtig ist die Bahn unter anderem für die Chemieindustrie. Für Reisebüros bedeuten Streiks mehr Arbeit durch Umbuchungen und Stornierungen und damit mehr Kosten, die sie nicht erstattet bekommen. Zwar schwächelt die deutsche Wirtschaft seit einiger Zeit, "aber wir haben größere Sorgen als die Ausstände", sagte Ulrich Kater, der Chefvolkswirt der Dekabank. Für die Gesamtkonjunktur sei nicht mit größeren Konsequenzen zu rechnen.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/streik
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