"Derzeit ist es kein Thema, dass wir Amberg verkaufen"
Gerüchte um das Wöhrl-Haus

Wo früher der Kaufhof war, ist heute Wöhrl drin. Nach aufwendigen Umbauarbeiten eröffnete die Plaza im Oktober 2000. Bild: Steinbacher
Amberg. (kan) "Generell ist der Verkauf von Gebäuden in Sekundär-Standorten wie Roth, Plauen oder Amberg vorstellbar": Das hatte Tetris-Geschäftsführerin Michaela Neuner kürzlich erklärt - was wieder einmal Fragen in Sachen Wöhrl aufwarf. Neuner sagt aber auch: "Derzeit ist es kein Thema, dass wir Amberg verkaufen." Derzeit.

Anlass zu gewissen Spekulationen bot der Verkauf des von Wöhrl gemieteten Gebäudes in Würzburg an einen Axa-Fonds. Damit wechselte dort das Haus mit der größten Einzelhandelsverkaufsfläche der Stadt den Besitzer.

Jetzt machte in der Immobilienbranche die Nachricht die Runde, die Tetris Grundbesitz GmbH & Co. KG mit Sitz in Reichenschwand unweit von Hersbruck wolle sich auch von Amberg trennen. Das Objekt sei sogar schon angeboten worden. Das Tetris-Management indes wollte auf Nachfrage davon nichts wissen und sagte, einem auf "textilwirtschaft.de" erschienenen Artikel sei nichts hinzuzufügen.

Dass die Tetris, die sich um die Immobilien der Handels-Familie Wöhrl kümmert, das Domizil der Würzburger Filiale veräußert hat, berichtete das Fachblatt "TextilWirtschaft" auf seiner Internetseite. In dem Haus "in Top-Lage zwischen Fußgängerzone und Alter Mainbrücke" betreibe Wöhrl einen rund 11 000 Quadratmeter großen Laden.

Die Immobilie verfüge zudem über ein Parkhaus mit 270 Plätzen. Einzelhandels-Experten in Amberg betonen seit langem gebetsmühlenartig, wie wichtig solche Parkmöglichkeiten für funktionierende Geschäfte und mögliche Investoren seien.

Künftig weniger Standorte

Käufer in Würzburg ist laut "TextilWirtschaft" die Axa Investment Managers Deutschland GmbH. Tetris verfolge die Strategie, so wird Geschäftsführerin Michaela Neuner zitiert, "sich künftig auf weniger Standorte zu konzentrieren". Auch weitere Wöhrl-Standorte könnten verkauft werden. Eine Veräußerung des Gebäudes in Amberg sei "generell vorstellbar" - aber "derzeit kein Thema".

Ihren Fokus richte die 1994 gegründete Tetris, an der die sieben Kinder der Familie Wöhrl 92 Prozent der Anteile hielten und acht Prozent im Besitz von Hans Rudolf Wöhrl seien, auf das Reinvestment des erlösten Kapitals in den Umbau des Wöhrl-Stammhauses in Nürnberg, schrieb "TextilWirtschaft" weiter.

Großprojekt Nürnberg

Die 20 000 Quadratmeter große Wöhrl City am Weißen Turm mit vier miteinander verbundenen Häusern werde ein umfassendes "Face-Lifting" bekommen. Das Sporthaus, das zwischen dem Damenoberbekleidungs-Haus von Wöhrl und der Sport-Scheck-Filiale liegt, solle abgerissen, neu aufgebaut, um eine Etage aufgestockt und barrierefrei mit dem DOB-Trakt verbunden werden. Zwischen 14 und 16 Millionen Euro solle das kosten.

Zum Tetris-Portfolio gehören nach Angaben von "TextilWirtschaft" 46 Handels-, Gewerbe- und Hotelimmobilien an 17 Standorten, darunter neun Gebäude mit Wöhrl-Filialen: Amberg, Ansbach, Bayreuth, Dresden, Halle, Nürnberg, Plauen, Roth und Ulm.
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