Deutliche Worte bei OTTI-Symposium: Betriebe sollen Auszubildenden eine berufliche Perspektive ...
"Der Fisch muss den Köder mögen"

OTTI-Vorstandsvorsitzender Dr.-Ing. Urs Herding (links) verlieh den Technologie-Transfer-Preis 2015 an den Unternehmer Erich Scheugenpflug aus Neustadt an der Donau. Bild: cf
Regensburg. Klartext redete beim Symposium des Ostbayerischen Technologie-Transfer-Instituts (OTTI) IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Helmes. "Der Markt hat sich gedreht, wir haben Vollbeschäftigung. Die Hälfte der jungen Leute geht nicht mehr in die Betriebe, sondern zum Studieren." Helmes forderte die Unternehmen auf, den Auszubildenden nach der Lehre eine berufliche Perspektive über die Aufstiegs-Fortbildung zu bieten. "Der Fisch muss den Köder mögen (...) Junge Menschen finden es geil, nach der Ausbildung ihren Fachwirt, Betriebswirt oder Bachelor zu machen."

Die ungewöhnlich deutliche Reaktion galt Kritik aus der Landmaschinen-Branche, dass es bei der Qualifizierung der Handwerksmeister zu einer "katastrophalen Verschlechterung" gekommen sei. Statt auf die Meister ("sie sind mit knapp 20 Jahren oft jünger als die Auszubildenden") sei der Fokus wieder stärker auf die qualifizierten Facharbeiter zu legen. Diese Aussagen forderten sogar den geduldigen Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Toni Hinterdobler, zu einer Entgegnung heraus. "Diese Erfahrungen decken sich nicht ganz mit den meinen." Offenbar hätten es nur Einzelne versäumt, sich im Berufsleben weiter zu qualifizieren. Eingangs hatte IHK-Hauptgeschäftsführer Helmes die hohe Industriedichte und die überdurchschnittliche Exportquote von 55 Prozent in der Oberpfalz gelobt. Die Wachstums- und Innovationskraft höre an den Grenzen von Regensburg nicht auf, (...) "auch in der nördlichen Oberpfalz mit Weiden nicht". Mit Genugtuung verwies Helmes darauf, dass der Haushalt der Stadt Regensburg rund 250 Millionen Euro betrage, der von Würzburg lediglich 50 Millionen Euro.

Der mit 6000 Euro Beratungsleistungen dotierte Technologie-Transfer-Preis ging an Erich Scheugenpflug (55), Gründer der Scheugenpflug AG in Neustadt an der Donau. OTTI-Vorstandsvorsitzender Dr.-Ing. Urs Herding aus Amberg würdigte Scheugenpflugs Leidenschaft für Technik. Begonnen hatte er in einer 36-Quadratmeter-Garage, heute zählt das global tätige, auf Verguss- und Klebe-Anwendungen spezialisierte Unternehmen 350 Mitarbeiter und eine Produktionsfläche von 12 000 Quadratmetern - nebst Niederlassungen in den USA und China. Herding: "Erich Scheugenpflug hat gezeigt, dass er Zukunft kann." (Weiterer Bericht auf der regionalen Wirtschaftsseite am Samstag) .
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