Deutsche Annington plant Großfusion mit Gagfah - Bedenken bei Mieterschützern
Hochzeit der Immobilienriesen

Der Immobilienriese Deutsche Annington lässt die Muskeln spielen: Durch einen Zusammenschluss mit dem ebenfalls börsennotierten Konkurrenten Gagfah könnte schon bald ein neuer deutscher Branchenprimus mit bundesweit 350 000 Wohnungen entstehen.

Den Wert des riesigen Immobilienpakts mit Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen, Berlin und dem Osten Deutschlands beziffern Experten auf rund 21 Milliarden Euro. Schon bald könnten mehr als eine Million Menschen in Deutschland unter den Dächern des neuen Großvermieters leben. Während das Übernahmeangebot am Montag an der Börse positiv aufgenommen wurde, herrschte bei Mietervertretern Skepsis. Nach Bekanntwerden der Pläne mahnte der Deutsche Mieterbund (DMB) nachdrücklich die soziale Verantwortung des künftig größten deutschen Vermieters an. "Wir hoffen, dass die Deutsche Annington aus Fehlern lernt, verstärkt in die Instandsetzung und Instandhaltung ihrer Wohnungen investiert", so DMB-Direktor Lukas Siebenkotten.

Mieter oft unzufrieden

Bereits in der Vergangenheit sei es mit den betroffenen Unternehmen häufig zu Streitigkeiten etwa über Nebenkostenabrechnungen oder über mangelnde Erreichbarkeit gekommen, berichtete Silke Gottschalk vom Mieterbund in Nordrhein-Westfalen. Die von Annington-Chef Rolf Buch angekündigte "Wertsteigerung durch Mieterorientierung" dürfe nicht bloß eine Leerformel bleiben, forderte Siebenkotten.

Buch sagte, dass die Mieter auch künftig von "bezahlbarem Wohnraum" sowie von Investitionen in energetische Sanierung und Schaffung von altersgerechtem Wohnraum profitieren könnten. Bereits für 2015 kündigte das Unternehmen Investitionen von einer halben Milliarde Euro in den Wohnungsbestand an. Mit Investitionen von 29 Euro pro Jahr und Quadratmeter erziele die Deutsche Annington bereits heute einen Spitzenwert in der Branche.
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