Deutsche Bahn überprüft Preisstruktur: Fahrgäste für den Fernverkehr gewinnen - ...
Fernbusse bremsen Umsatz

Angesichts eines schärferen Wettbewerbs überprüft die Deutsche Bahn ihr Geschäftsmodell im Fernverkehr. Der Aufsichtsrat will über mögliche Änderungen am kommenden Mittwoch beraten, aber noch keine Beschlüsse fassen.

Im ersten Halbjahr 2014 war der Fernverkehr der Bahn um 2,8 Prozent zurückgegangen. Der Umsatz der Sparte verringerte sich um 1,6 Prozent auf 1,98 Milliarden Euro, der Betriebsgewinn sank im Vergleich von 167 Millionen in der Vorjahresperiode um ein Viertel auf 123 Millionen Euro. Zuletzt haben sinkende Spritpreise das Autofahren wieder attraktiver gemacht. Die Bahn hat auch Fahrgäste an die Fernbusse verloren. Deren Unternehmen locken mit günstigen Ticketpreisen.

In einem 33-seitigen Zwischenbericht werden nach dpa-Informationen stichwortartig und auf Schaubilder verschiedene Szenarien für Änderungen an der Preisstruktur und am Zugangebot dargestellt. Der Bahn-Vorstand habe demnach den Auftrag, bis zur nächsten Aufsichtsratssitzung im März 2015 einen Abschlussbericht mit konkreten Vorschlägen zu erarbeiten.

Verlust von 120 Millionen

An die Fernbusbranche könnte die Bahn in diesem Jahr bis zu 120 Millionen Euro Umsatz verlieren. Dem Bericht zufolge wird der Umsatzverlust durch die Konkurrenz mittelfristig auf 240 Millionen Euro pro Jahr beziffert. Insgesamt steigerte die Bahn ihren Konzernumsatz im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2013 um 1,9 Prozent 19,7 Milliarden Euro.

Im September hatte die Bahn angekündigt, am Jahresende nur leicht an der Preisschraube zu drehen. In Fernzügen gibt es für die zweite Klasse keine Erhöhung. Fahrscheine für die erste Klasse werden ab 14. Dezember im Schnitt 2,9 Prozent teurer, sind dann aber inklusive Platzreservierung und im ICE auch mit WLAN-Nutzung. Die Bahn verwies damals auf die Konkurrenz durch Fernbusse, Carsharing und Mitfahrzentralen.
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