Deutscher Konzern übernimmt Paketdienstleister UK Mail
Post streckt Fühler nach Großbritannien aus

Im Paketgeschäft setzt die Post weiter auf Expansion. Archivbild: dpa

Bonn/London. Die Deutsche Post will ihr Paketnetzwerk in Europa mit einem Zukauf in Großbritannien ausbauen. Mit dem Konkurrenten UK Mail Group habe sich das Unternehmen auf eine Übernahme geeinigt, teilte der Post- und Logistikkonzern am Mittwoch in Bonn mit. Den Erwerb von UK Mail lässt sich die Post 242,7 Millionen britische Pfund (280 Millionen Euro) kosten. Das Management von UK Mail empfahl seinen Aktionären, die Offerte anzunehmen.

"Die anhaltende Ausweitung unseres Paketnetzwerkes in Europa wird durch die steigende Nachfrage unserer E-Commerce Kunden nach grenzüberschreitenden Lieferungen getrieben", erklärte Jürgen Gerdes aus dem Postvorstand. Die Post werde nun auf den drei größten Online-Märkten Europas - nämlich Großbritannien, Frankreich und Deutschland - eine Präsenz von 60 Prozent des Online-Umsatzes haben. UK Mail sei eine gute Ergänzung des integrierten Angebotes der Post. Erst vor wenigen Tagen hatten die Bonner den Einstieg ins ungarische Paketgeschäft angekündigt. Einschließlich Großbritannien hat das Unternehmen seit 2014 sein internationales Paket-Netzwerk auf 18 europäische Länder ausgeweitet. Unter den großen Flächenstaaten fehlen jetzt nur noch Italien und Spanien.

UK Mail ist ein privater Postdienstleister, der zunächst auf Paketdienstleistungen für Geschäftskunden spezialisiert war. Seit der Liberalisierung des Briefmarkts 2006 konkurriert UK Mail mit dem ehemaligen Monopolisten Royal Mail auch um private Kunden. UK Mail hat eigenen Angaben zufolge mehr als 50 Standorte in Großbritannien und kann bis zu 20 000 Pakete pro Stunde bearbeiten. Das Unternehmen wurde 1971 als Taxiunternehmen gegründet und firmierte bis 2009 unter dem Namen Business Post.
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