Die BASF, der Krieg und die I.G. Farben

Als 1914 der Erste Weltkrieg beginnt, werden viele Segnungen der Chemie bald in ihr Gegenteil verkehrt. Ammoniak, das die BASF künstlich herstellt, um Dünger daraus zu machen, wird zur Herstellung von Munition gebraucht. Chlor und Phosgen, laut BASF Zwischenprodukte für die Herstellung von Farbstoffen oder Arzneimitteln, werden zur Produktion von Giftgas genutzt.

1925 fusioniert das Unternehmen mit Bayer, Hoechst und drei anderen Chemie-Riesen zur "Interessengemeinschaft Farben". Der Konzern wird ein wichtiger Lieferant für die Rüstungsindustrie. Im Zweiten Weltkrieg setzt er Zehntausende von Zwangsarbeitern ein. Er ist außerdem mit der Degussa AG an der Deutschen Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung beteiligt, die das Giftgas Zyklon B herstellt. Damit werden Millionen Menschen in den Konzentrationslagern ermordet. Der Konzern finanziert außerdem das in der Nähe des Vernichtungslagers Auschwitz errichtete Lager Monowitz. Dessen Häftlinge müssen am Bau des gleichnamigen I.G.-Werkes mitarbeiten. Schätzungen zufolge seien bis zu 25 000 der Insassen gestorben, schreibt der Historiker Raymond G. Stokes.

Die BASF wird 1952 neu gegründet. Sie ist eines der Gründungsmitglieder der Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft "Erinnerung, Verantwortung, Zukunft". Aus ihr geht die Stiftung hervor, die Zahlungen an NS-Zwangsarbeiter leistet. BASF beteiligt sich mit etwa 70 Millionen Euro. (dpa)
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