Die Königsteiner Golfanlagen GmbH & Co. KG ist insolvent
Auf einen Schlag insolvent

Die nächsten Wochen bringen die Entscheidung über das Schicksal der insolventen Königsteiner Golfanlage. Bild: aks

In der Golf-Branche herrscht seit längerem raue See. Das Boot der Königsteiner Golfanlagen GmbH & Co. KG hat dem lange versucht zu trotzen, jetzt ist es doch gekentert.

Seit Mitte September steht nicht mehr Geschäftsführer Hans Melchner am Ruder, sondern der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Jochen Zaremba von der Kanzlei Schwartz Rechtsanwälte. Dieser hält momentan den gesamten Betrieb aufrecht, weshalb bislang weder private Golfrunden noch Turniere storniert werden mussten. Während also die Mitglieder des Golf- und Landclubs Königstein (GLC) nach wie vor unbeeinträchtigt ihre Runden über die 18-Loch-Anlage drehen, bemüht sich der Insolvenzverwalter um Wege aus dem rechtlich verzwickten Dilemma.

"Fließende Grenzen"

Betrieben wurde die Anlage nämlich von der Golfanlagen KG und dem GC Königstein-Namsreuth zusammen (nicht zu verwechseln mit dem GLC Königstein) und das mit sehr fließenden Grenzen. Im Idealfall, so Zaremba, hat sich bis zum Ende des vorläufigen Insolvenzverfahrens Ende Oktober ein Investor gefunden, der die Anlage übernimmt.

An diesem Ziel arbeite man mit Hochdruck, Interessenten seien vorhanden. Zur Reibungslosigkeit des Prozederes soll auch beitragen, dass Zaremba sich bereits im Vorfeld mit den Gläubigern über seine Entscheidung abstimmen will. Gelingt es nicht, bis zur Eröffnung des eigentlichen Insolvenzverfahrens Anfang November diesbezüglich Nägel mit Köpfen zu machen, wären Übergangsmodelle denkbar - oder es ist eben Schluss mit Golfen in Königstein. Letzteres Szenario wiederum bereitet Klaus Wagner, dem Präsidenten des Golf- und Landclubs Königstein, schlaflose Nächte. Denn obwohl sein Club überhaupt nichts mit der Insolvenz zu tun hat, sitzt man doch mit im Boot, schließlich geht es ja nicht ohne Spielbahnen und Grüns.

Zukunftsperspektive

In Sachen Zukunftsperspektive sei man voll und ganz vom Insolvenzverwalter abhängig, bekennt Wagner. Man versuche derweil zu unterstützen, beispielsweise mit Übernahme kleinerer Leistungen. In diese Kategorie fällt auch das Aerifizieren (Belüftung des Bodens), das der Club bezahlt hat, um ein Signal der Hoffnung für die verunsicherten Mitglieder zu setzen.

Die Anlage selbst zu übernehmen, liege finanziell allerdings völlig außer Reichweite, zumal der Club aktuell mit einer Austrittswelle zu kämpfen hat. Einige Kündigungen seien allerdings mit dem Zusatz "vorsorglich" versehen, also nur für den Fall, dass tatsächlich die Lichter ausgehen. Insgesamt bleibt für die optimistisch eingestellte Vorstandschaft im Moment nur, zu vermitteln und zu hoffen. Zudem versucht man mit Hilfe einer externen, aus der Clubkasse bezahlten Beraterin, die Aussichten und Möglichkeiten für den GLC auszuloten.

Eine positive Lösung

Grundsätzlich favorisiere man eine aus den eigenen Reihen neu zu gründende GmbH als Betreiber oder aber einen örtlichen Investor. An einen Plan B im Falle der endgültigen Betriebseinstellung will Wagner momentan keinen Gedanken verschwenden, er versucht stattdessen, die Mitglieder zu halten und nach Kräften an einer positiven Lösung mitzuarbeiten. Ähnlich viel Herzblut wie der Club-Präsident hat auch der Trainer Gerd Hoffmann in die Königsteiner Anlage gesteckt. Als Dritter im sinkenden Boot ist der erst seit Saisonbeginn hier tätige Golfprofi nicht glücklich über die Lage, die auch seine Existenz bedroht.

Viel Zuspruch

Da er jedoch den Golfplatz "landschaftlich wunderschön" findet, außerordentlich viel Zuspruch seitens der Golfer erfahren habe und obendrein durchaus Potenzial für einen professionellen, profitablen Betrieb sieht, hofft er ebenfalls auf eine Fortsetzung unter neuen Vorzeichen.
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