Die Leiterin der Regionalbibliothek Weiden Sabine Guhl präsentiert ihre Pläne für die Preisstaffelung
"Saftige Preise"

Bild: Hartl

Weiden. (rg) Eine Entscheidung fiel noch nicht. Erst sollen die Fraktionen nochmals intern über das neue Gebührenmodell für die Regionalbibliothek diskutieren. Denn überraschend präsentierte "Regi"-Chefin Sabine Guhl dem Finanzausschuss am Mittwoch Pläne für eine Preisstaffelung, wonach die Mitgliedsbeiträge grundsätzlich kräftig steigen würden. Ein Erwachsener würde dann pro Jahr künftig 30 statt bisher 15 Euro für die Basis-Card zahlen. Für die "Premium-Card (die das Pro-Libris-System ablöst) würden 50 statt 32,50 Euro fällig.

Wie Guhl selbst einräumt, wären das "saftige Preise", eine "drastische Erhöhung". Der Effekt wäre entsprechend: Die Einnahmen würden - bei etwa gleichbleibenden Kundenzahlen - von derzeit 62.000 auf 140.000 Euro klettern. Der Vorteil: Vor allem die zusätzliche 50-Cent-Abgabe pro ausgeliehenem Buch oder Ausleihvorgang bräuchte es nicht. Dieser Obolus sei technisch schwer umzusetzen und ferner "der größte Kritikpunkt unserer Kundschaft", erklärte die "Regi"-Chefin. Die Nutzer seien offenbar eher bereit, höhere Preise für eine "Flatrate" zu zahlen. Insgesamt würde der Zuschussbedarf der Einrichtung (aktuell insgesamt 850.000 Euro) um 20 Prozent (180.000 Euro) sinken.

Keine Ausweitung der Schließzeiten

Von einer Ausweitung der Schließzeiten unter der Woche riet Sabine Guhl ab. Dezernent Reiner Leibl bezeichnete auch eine Schließung am Samstag als "nicht rentierlich". Nur 23 000 Euro würde das bringen. Noch offen ist, ob es zu einer Begrenzung der Medien pro Ausleihe kommen soll. Darüber hinaus nannte Sabine Guhl ein weiteres "Einsparpotenzial", das jedoch nicht weiter diskutiert wurde: das "Aussetzen der Literaturtage" (95.000 Euro).

Stadträte erarbeiten Vorschlag für die "Regi"

Mit dem Alternativvorschlag zur Preisstaffelung zeigten sich die Fraktionssprecher zufrieden - allenfalls "früher hätten wir uns ihn gewünscht", sagte Roland Richter (SPD). Bei der Klausurtagung am Dienstag im Kloster Waldsassen hatten die Stadträte selbst einen neuen Vorschlag für die "Regi" erarbeitet, der nun jedoch erstmal in der Schublade bleibt. Dem Vernehmen nach sieht er eine Verringerung des Defizits um sogar 25 Prozent vor. Guhls Pläne jedoch, so Richter, "gehen in die richtige Richtung".

Kompromiss wird bei der Weihnachtssitzung beschlossen

Nach der "Diskussion der letzten Tage" warb Wolfgang Pausch (CSU) nochmals um Verständnis für die Einschnitte: Das Defizit sei "leider Gottes nicht mehr zu schultern". Auch Reinhold Wildenauer (Bürgerliste) und Karl Bärnklau (Grüne) dankten der Leiterin der Regionalbibliothek für die neue Liste. Bärnklau zeigte sich sicher, dass "wir zu einem guten Kompromiss kommen". Diesen soll der Stadtrat nun in der Weihnachtssitzung am 15. Dezember beschließen. Noch am Mittwoch segnete der Finanzausschuss die moderat angehobenen Gebühren für die Raumnutzung in der "Regi" ab.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.