Die Macht von Google

Google ist längst mehr als nur der Betreiber einer Internet-Suchmaschine. So stammt beispielsweise das Handy-Betriebssystem Android von dem Konzern aus Kalifornien. Bild: dpa

Immer wieder steht Google in der Kritik von Datenschützern und Politikern. Doch wie die Macht des Internetkonzerns begrenzt werden kann - und ob das überhaupt nötig ist -, darüber gehen die Meinungen auseinander.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und die unabhängige Monopolkommission sind unterschiedlicher Ansicht über den Umgang mit dem Internetkonzern Google. Gabriel hatte 2014 eine Entflechtung der einzelnen Teile des Internetriesen ins Gespräch gebracht. Doch der Vorsitzende der Monopolkommission, Daniel Zimmer, bezweifelt, "dass es geschickt wäre, die großen Plattformen durch Aufspaltung zu verkleinern". Selbst große Internetunternehmen lieferten sich einen Konkurrenzkampf, sagte Zimmer am Montag in Berlin. Für Verbraucher sei die starke Marktmacht nicht unbedingt von Nachteil, da sie die Angebote schätzten und größtenteils kostenlos erhielten.

Mehr als Suchmaschine

Gabriel erwiderte, man müsse die Infrastruktur des Internets insgesamt betrachten. Mit dem Handy-Betriebssystem Android oder dem Browser Chrome sei Google weit über den Suchmaschinenmarkt hinaus aktiv. "Das heißt, dass Google eine marktbeherrschende Stellung erwirbt in der gesamten Wertschöpfungskette des Internets." In anderen Bereichen waren sich Zimmer und Gabriel jedoch einig. So schlug Zimmer vor, dass Regulierungsbehörden bei Unternehmenskäufen weitere Kriterien prüfen sollten, bevor sie zustimmten. Nicht nur der Umsatz einer Firma sei wichtig, sondern auch der Kaufpreis. Denn Internetunternehmen seien auch ohne große Umsätze teils riesige Summen wert. Zimmer nannte als Beispiel die Übernahme von Whatsapp durch Facebook für 22 Milliarden Dollar. Diesen Kauf habe die EU-Kommission ohne eingehende Prüfung abgenickt, obwohl beide Unternehmen zu den meistgenutzten Messaging-Diensten zählten.

Google hat die Datenschutz-Einstellungen für seine Dienste übersichtlicher und einfacher gemacht. Nutzer können ab sofort von einem zentralen Anlaufpunkt aus einschränken, welche Informationen der Konzern über sie sammelt und auswertet. Sie können unter anderen ausstellen, dass das Unternehmen speichert, welche Begriffe sie in die Google-Suche eintippen oder welche Videos sie auf Youtube ansehen. Google wertet diese Informationen aus, um Nutzern personalisierte Werbung anzuzeigen. Die neuen Möglichkeit gelten für alle Nutzer, unabhängig davon, ob sie ein Nutzerkonto bei Google haben oder nicht.

Für Nutzer ohne Google-Konto sind die Einstellungen unter dem Link "Jetzt verfügbare Tools" auf MyAccount.Google.com gesammelt. Wer ein Google-Konto - etwa bei dem E-Mail-Dienst Gmail - hat, gelangt über die Kontoeinstellungen zu der Übersichts-Seite. Dort können sie die Informationen, die Google über ihre Surf- und Suchaktivitäten speichert, einschränken. Auch Werbung via Google auf anderen Webseiten kann eingeschränkt werden: Nutzer können festlegen, dass dafür keine Informationen zu ihren Interessen oder ihrem Alter verwendet werden.

Aufenthaltsorte

Nutzer können auch die Auswertung ihrer Aufenthaltsorte ausschalten, was für Besitzer von Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android interessant sein könnte. Allerdings ist diese Datensammlung nicht von vornherein angestellt: Android-Nutzer müssen ihr beim Einrichten des Smartphones zustimmen.
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