Dijsselbloem drängt auf Fahrplan für Athen - Druck von Ratingagenturen
Wochen der Wahrheit

Wegen des Konfrontationskurses der griechischen Regierung mit den internationalen Geldgebern senken die Ratingagenturen den Daumen über Athen. Die Agentur Standard & Poor's (S&P) stufte die Bonitätsnote des Landes von "B" auf "B-", wie S&P am Freitag in London mitteilte. Zudem droht S&P dem Land kurzfristig mit weiteren Herabstufungen der Kreditwürdigkeit ("CreditWatch Negative"). Auch der S&P-Konkurrent Moody's drohte Griechenland mit einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit. Die derzeitige Bonitätsbewertung "Caa1" sei entsprechend unter Beobachtung gestellt worden, teilte Moody's mit. Je kritischer die Ratingagenturen die Bonität eines Landes bewerten, umso schwerer und teurer wird es in der Regel, frisches Geld am Kapitalmarkt zu besorgen. Der Schritt von S&P ist außergewöhnlich. Die nächste Überprüfung stand erst am 13. März an. Ratingagenturen dürfen das Rating außerhalb von vorher festgelegten Termine nur unter außergewöhnlichen Umständen ändern. Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem will bis zur Monatsmitte Klarheit über Griechenlands künftige Finanzpolitik haben. "Wir brauchen bis zum 16. Februar einen Zeitrahmen für das weitere Vorgehen, sagte eine Sprecherin des niederländischen Finanzministers am Samstag. Die Finanzminister im Euro-Verbund hoffen indes, schon bei einer Sondersitzung an diesem Mittwoch mehr über das von der neuen Regierung in Athen geplante Vorgehen zu erfahren.
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