Dividende soll später sinken
Vor Aufspaltung: Eon mit Rekordverlust

Das ging ins Auge: Johannes Teyssen, Vorstandsvorsitzender des Energiekonzerns Eon, bei der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch in Essen. Bild: dpa

Bei der ersten Bilanz am neuen Firmensitz Essen muss Eon einen Rekordverlust präsentieren. Konzernchef Johannes Teyssen verteidigt dennoch seinen Kurs einer Aufspaltung in alte und neue Energien.

Essen. Vor seiner Aufspaltung haben Abschreibungen den Energiekonzern Eon tief in die roten Zahlen gerissen. 2015 verbuchte das Unternehmen einen Nettoverlust von fast sieben Milliarden Euro. Das wurde am Mittwoch z in Essen mitgeteilt.

Dividende von 50 Cent


An seinem Dividenden-Versprechen hält der Konzern vorerst noch fest. Demnach sollen die Aktionäre wie im Vorjahr 50 Cent je Anteilsschein bekommen. Künftig müssten sich aber auch die Eon-Eigner auf weiter sinkende Ausschüttungen einstellen. Hauptgrund für die Verluste waren Wertberichtigungen von insgesamt 8,8 Milliarden Euro auf die konventionellen Kraftwerke, deren Gewinnaussichten sich wegen des Preisverfalls im Stromgroßhandel durch den Ökoenergie-Boom dramatisch eingetrübt haben. Den Großteil der Abschreibungen hatte Eon bereits im dritten Quartal verbucht. 2014 hatte der Konzern ein Minus von 3,2 Milliarden Euro angehäuft.

Der Preisverfall an den Strombörsen hinterließ 2015 auch weitere Spuren im operativen Geschäft. So sackte der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen um 10 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro ab. Der Umsatz stieg um knapp 3 Prozent auf 116,2 Milliarden Euro.

In diesem Jahr dürfte die Talfahrt sich beschleunigen. So erreichten laut Eon die Strompreise in den ersten beiden Monaten neue Tiefststände. Zudem stehe der Gaspreis unter Druck. Hinzu komme der schwache Rubel-Kurs, der das Russland-Geschäft belastet. "Unsere Kennzahlen spiegeln wider, dass sich die Branche in einem grundlegenden strukturellen Umbruch befindet, der sich in diesem Jahr ungebremst fortsetzt", sagte Vorstandschef Johannes Teyssen. Er verteidigte erneut die Abspaltung des alten Kerngeschäfts: "Es ist richtig, die Geschäfte jetzt zu trennen und die Voraussetzungen zu schaffen, dass sich die Unternehmen entlang eigener Strategien weiterentwickeln können."

Börsengang von Uniper


Seit dem Jahreswechsel greift bei Eon schon die Neuausrichtung. Das gesamte Geschäft mit großen Kraftwerken wird seitdem von Uniper aus Düsseldorf geführt. Das Hauptunternehmen sitzt nun in Essen und konzentriert sich auf erneuerbare Energien und den Vertrieb. Die endgültige Trennung soll bei der Hauptversammlung im Juni beschlossen werden. Anschließend wird Uniper an die Börse gebracht. Das Atomgeschäft bleibt auf politischen Druck hin weiter bei Eon, wird aber in der Tochter Preussen-Elektra weitgehend unabhängig geführt.
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