Draghi wirbt für gemeinsame Einlagensicherung
Einheitlicher Sparerschutz

Mario Draghi. Bild: dpa
Nach Bankenaufsicht und Bankenabwicklung muss Europa nach Ansicht der Europäischen Zentralbank (EZB) nun auch den Sparerschutz grenzübergreifend vereinheitlichen. "Es ist höchste Zeit, dass die Bankenunion komplettiert wird. Ansonsten würden wird den selben Fehler machen wie zur Einführung der Euro", sagte EZB-Präsident Mario Draghi am Mittwoch zum ersten Jahrestag der EZB-Bankenaufsicht in Frankfurt.

Die Bankenunion brauche alle drei Pfeiler: Gemeinsame Bankenaufsicht, gemeinsame Abwicklung von Kriseninstituten und gemeinsame Sicherung von Einlagen. "Damit Bankeinlagen wirklich überall im Euro-Raum sicher sind, muss sichergestellt werden, dass die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns einer Bank unabhängig ist von ihrem Sitz", sagte Draghi.

Die EU-Kommission will bis Jahresende einen Vorschlag für ein europäisches System zur Absicherung von Bankguthaben vorlegen. Die Bundesregierung sieht das Vorhaben kritisch, Sparkassen und Volksbanken laufen Sturm gegen die Pläne. Die Befürchtung ist, dass über viele Jahre gefüllte deutsche Sicherungstöpfe im Krisenfall in anderen Euroländern angezapft werden, wo es bisher kaum solche Reserven gibt. Einen Zeitplan für die umstrittene gemeinsame Einlagensicherung gibt es bislang nicht.
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