Edeka und Rewe
Der nächste Streit

Rewe möchte rund 200 Märkte von Coop übernehmen. Doch das will Edeka verhindern. Archivbild: dpa

Seit zwei Jahren streiten sich Edeka und Rewe um Kaiser's Tengelmann. Nun haben sich die Handelskonzerne in einem Punkt geeinigt. Doch es gibt in einer anderen Sache neuen Streit.

Bonn/Hamburg/Köln. Edeka und Rewe haben im Streit um die Zukunft der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann die wohl größte Hürde aus dem Weg geräumt. Die Supermarktketten verständigten sich am Dienstag untereinander über die Aufteilung der Filialen von Kaiser's Tengelmann in Berlin. Das bestätigten Sprecher beider Unternehmen. Abgeschlossen sind die Verhandlungen damit aber noch nicht. Nach wie vor offen sei der Kaufpreis. Und auch Details des Kaufvertrages müssten noch ausgehandelt werden, hieß es bei Rewe. Dennoch war in mit den Verhandlungen vertrauten Kreisen von einem wichtigen Fortschritt die Rede. Ob es auch Änderungen bei den Filialen in Bayern und in Nordrhein-Westfalen gibt, war zunächst offen.

Übernahme von Coop


Tengelmann, Edeka und Rewe hatten sich bereits vor zwei Wochen in einem von Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) geleiteten Schlichtungsverfahren auf die Grundzüge eines Kompromisses geeinigt. Doch erwies sich das Aushandeln der Details danach als schwieriger als erwartet. Die Einigung über die Aufteilung des Filialnetzes stellt hier einen wichtigen Fortschritt dar.

Beim neuen Streit geht es um die Übernahme von rund 200 Supermärkten der Handelskette Coop durch Rewe. Edeka hat Beschwerde gegen die Entscheidung des Bundeskartellamts eingelegt, dem Rivalen die Übernahme zu erlauben. Ein Sprecher des Oberlandesgerichts Düsseldorf bestätigte am Dienstag den Eingang der Klage. Nach Einschätzung von Edeka habe das Bundeskartellamt bei der Genehmigung nicht durchgehend die gleichen Maßstäbe angelegt wie im Fall Kaiser's Tengelmann, hieß es zur Begründung in mit der Sache vertrauten Kreisen. Zwar hatten Rewe und Coop im Zuge des Genehmigungsverfahrens elf Filialen an die unabhängige Bartels-Langness-Gruppe verkauft. Doch reichen diese Einschnitte Edeka offenbar nicht.

Das Bundeskartellamt wollte den Schritt von Edeka nicht kommentieren. Ein Rewe-Sprecher betonte, die Beschwerde sei nach Auffassung des Unternehmens "ebenso rechtlich unbegründet wie aussichtslos". Coop betreibt in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Hamburg rund 200 Filialen unter der Marke Sky und erzielte damit im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 1,2 Milliarden Euro.

Die gleichen Prüfungen


Kartellamtspräsident Andreas Mundt hatte bei der Bekanntgabe der Genehmigung Ende Oktober betont, bei der Bewertung der Übernahme von Coop durch Rewe seien inhaltlich die gleichen Prüfungen durchgeführt worden wie bei der geplanten Übernahme von Kaiser's Tengelmann durch Edeka. "Wir haben uns alle relevanten Regionen genau angesehen und bewertet, ob auch nach einer Übernahme für die Verbraucher vor Ort noch genügend Auswahlmöglichkeiten existieren würden", sagte der Behördenchef.
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