Ein besonderes Jubiläum:
Seit 50 Jahren: Mode ist so „Frey“

Sie wollen Qualität in der Beratung und im Sortiment "die Kunden begeistern" und ihnen ein "außergewöhnliches Einkaufserlebnis" bereiten: Geschäftsführerin Caroline Frey und Unternehmensleiter Helmut Hagner. Bilder: cf (2)
 
Das "Mode-Erlebnis-Kaufhaus" in Marktredwitz sorgt für reichlich Kunden-Frequenz in der Innenstadt.

50 Jahre stellen bei Mode und Einrichtung eine halbe Ewigkeit dar. Wie kaum eine andere Branche sind sie dem Wandel unterworfen. Seit 1966 die erste Filiale in Marktredwitz ansiedelte, floriert die Handelsgruppe Frey. Das Familienunternehmen beweist, dass sich der stationäre Handel sehr wohl gegen Online-Shops behaupten kann.

Marktredwitz/Schwandorf. In deutschen Innenstädten geht das Sterben der inhabergeführten Geschäfte und der klassischen Kaufhäuser um. Wo das Frey-Emblem strahlt, herrscht dagegen Leben in der City. 3000 bis 4000 Kunden besuchen täglich das Mode- und Einkaufszentrum in Marktredwitz. Mit seinem Mode-Er-lebnis-Kaufhäusern in Schwandorf, Marktredwitz und Cham ist Frey der Magnet für die Innenstädte. In Weiden revitalisierte Frey 2011 ein in die Jahre gekommenes Einrichtungshaus; in Cham steht eines der modernsten Einrichtungshäuser in Ostbayern. Hier ist Frey sogar seit einem Jahrhundert ansässig.

Statt Rückzug kommt es bei Frey zu ständigen Erweiterungen auf heute 18 000 Quadratmeter Verkaufsfläche Mode und 30 000 Quadratmeter Einrichtung (Möbel) mit insgesamt 510 Mitarbeitern. Was macht der einst von Adalbert und Karin Frey als Familienbetrieb gegründete und heute von Geschäftsführerin Caroline Frey und Unternehmensleiter Helmut Hagner gemanagte Unternehmens-Gruppe so erfolgreich?

Caroline Frey lächelt. "Wir sind in der Region verwurzelt und heimatverbunden. Die Kunden erfahren durch uns eine reale Nähe, wir sind für sie vor Ort." Unternehmensleiter Helmut Hagner betont das "wertvolle Gut Vertrauen" als Basis für jeden Kauf: "Neben der persönlichen, kompetenten und freundlichen Beratung durch die Verkäuferin wollen wir ein außergewöhnliches Einkaufserlebnis bereiten: Mit einer großen Markenauswahl und Mode-Vielfalt, wie es sie sonst nur in Metropolen gibt, damit der Kunde sagt: Ich komme wieder." Unter der Überschrift "Mehr Tiefe statt Breite " setzt Frey auf ein strukturiertes Sortiment mit zahlreichen Qualitäts-Marken, und verfrachtete die Glas- und Haushaltswaren in die Einrichtungshäuser. Frey: "Wir versuchen täglich, uns in die Lage des Kunden hinein zu versetzen. Was wünscht er, was sucht er? Wir lassen unsere Kunden in den Ausstellungen und zwischen den Regalen nicht lange alleine."

"Private Shopping"


"Wir halten, was wir versprechen", sagt Hagner. Das Rezept klingt so simpel: "Für uns findet Handel immer von Mensch zu Mensch statt. Diese menschliche Komponente hat das Web nicht." Weil die Kernkompetenz im "Stylen unserer Kunden liegt" (Caroline Frey), bietet Mode Frey auch "Private Shopping": In entspannter Atmosphäre, bei einem Glas Sekt und Fingerfood, trifft sich der Kunde mit dem Modeberater, der vorab schon mal eine Auswahl nach Wunsch zusammenstellt - inklusive Stilberatung und individueller Terminvereinbarung. Frey: "Diese stressfreie Option für die Wunschgarderobe kommt bei unseren Kunden ausgezeichnet an."

Seit März betreibt Frey den Online-Shop ModeFREYHaus.de mit dem Ziel, die digitale Welt mit dem stationären Geschäft zu verbinden: mit geschmackvoll gestalteten Paketen, persönlicher Ansprache, Outfit-Gestaltung und Karte der Verkäuferin. Frey: "Wir wollen unsere Qualität ins Netz bringen, inklusive Gratisversand und 24- bis 48-Stunden-Service." Gleichwohl räumt Caroline Frey ein, dass der Online-Shop noch in den Kinderschuhen stecke und "wir täglich hinzu lernen". "Digital ist nur ein weiterer Vertriebs-Typ."

"In Lösungen denken"


So freut sich Frey nicht nur über Kunden aus dem Einzugsgebiet Oberpfalz und Oberfranken, sondern bis aus München und Berlin. "Wir bringen Frequenz und die Mode-Welt in die Stadt. Wir müssen in Lösungen denken, nicht in Problemen", meint Unternehmensleiter Hagner. Übrigens sind die Immobilien zum größten Teil im Besitz der Familie Frey. "Auch das gehört zur Nachhaltigkeit", betont Caroline Frey.

Wir sind in der Region verwurzelt und heimatverbunden. Die Kunden erfahren durch uns eine reale Nähe.Caroline Frey


Für uns findet Handel immer von Mensch zu Mensch statt. Diese menschliche Komponente hat das Web nicht.Unternehmensleiter Helmut Hagner


Mutmacher Oberfranken - Angemerkt von Clemens FüttererSeit Jahren wartet das Oberzentrum Weiden auf seine Einkaufs-Galerie. Die nicht einmal halb so große Stadt Marktredwitz erfährt mit dem Kösseine-Einkaufs-Centrum schon seit Ende der 90er Jahre einen gewaltigen Einkaufs- und Zentralitäts-Schub: mit jährlich mehr als einer Million Kunden. Natürlich parkt hier der Besucher gratis. Unter einem Dach sind neben den großen Lebensmitteldiscountern und Geschäften für den täglichen Bedarf auch die bekannten Edel-, Qualitäts- und Nobelmarken vertreten. Wahrscheinlich sucht solch ein Angebot zwischen Nürnberg und Prag seinesgleichen.

Während viele inhabergeführte Geschäfte dichtmachen, hat Frey offenbar das Rezept gefunden, um sich in den Innenstädten (und gegen den Online-Handel) zu behaupten: mit innovativen Konzepten, mit Investitionen in die Moderne und in motivierte Mitarbeiter. Kein Web ersetzt die persönliche Ebene mit freundlicher Wertschätzung für den Kunden, einschließlich einem pfiffigen Service.

Im Gegensatz zum Internet darf der stationäre Einzelhandel nicht an 365 Tagen rund um die Uhr öffnen. Diesen eklatanten Wettbewerbsnachteil - dem Ladenschlussgesetz sei Dank - begegnet Frey mit einem kreativen Online-Konzept: Das Web als weiteren Vertriebs-Kanal zu nutzen. Solche Beispiele in der Region machen Mut - gegenüber der weit verbreiteten Untergangs-Stimmung im Einzelhandel.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.