Ein Mann, eine Creme

Pflegecremes gehören nicht nur bei Frauen auf die Haut. Auch Männer schmieren immer öfter. Bild: dpa

Männer und Frauen sind verschieden. Das fängt schon bei der Gesichtshaut an. Ihre benötigt mehr Fett, seine mehr Feuchtigkeit. Daher greift der Mann bei der Gesichtspflege besser nicht in ihren Tiegel.

Die Zeiten, in denen ein Mann nur Wasser und Seife an seine Haut ließ, sind längst passé. Im Gegenteil: Heute greifen auch die Herren der Schöpfung zu modernen Pflegemitteln, wie Martin Ruppmann vom VKE-Kosmetikverband in Berlin erklärt. Der Verband hatte dies gemeinsam mit TNS Infratest in einer Umfrage ermittelt. Jeder Sechste (18 Prozent) sagte, dass er täglich oder fast täglich eine spezielle Gesichtscreme für Männer verwendet. 16 Prozent nutzen sie drei- bis viermal pro Woche, 12 Prozent ein- bis zweimal pro Woche. Insgesamt ist Aftershave bei Männern am beliebtesten - die Hälfte würde darauf nicht verzichten.

Und warum greift er nicht einfach ins Cremetöpfchen seiner Partnerin? Ganz einfach: Männerhaut ist anders als die von Frauen. Die Dermatologin Uta Schlossberger aus Köln nennt zwei wichtige Unterschiede: "Männliche Kollagenfasern in der Haut sind kreuz und quer miteinander vernetzt." Diese stabilere Struktur schütze besser vor Umwelteinflüssen, Falten entstehen bei Männern daher oft erst später.

"Die Haut der Männer besitzt mehr Talgdrüsen, ihr Teint ist daher meist fettiger als die Haut der Frauen und neigt zu Unreinheiten", führt Schlossberger aus. Daher ist für die meisten Männer eine Feuchtigkeitscreme gut. Und nur im Winter, wenn Heizungsluft die Gesichtshaut spröde und trocken macht, sollten sie gelegentlich zu fetthaltigen Produkten greifen.

Ausreichend viel Fett

"Pflegecremes für Frauen, speziell Nachtcremes oder Anti-Falten-Produkte, enthalten in der Regel einen höheren Fettanteil", erklärt der Hautarzt Peter Weisenseel vom Dermatologikum Hamburg. "Dies ist für Männer selten sinnvoll, da männliche Haut in der Regel ausreichend Fett produziert."

Neben der unterschiedlichen Hautstruktur besitzt der Mann noch ein weiteres Alleinstellungsmerkmal: seinen Bartwuchs. Die tägliche Rasur gehört für viele zum Pflegeritual Nummer eins - und geht nicht immer problemlos vonstatten. "Hautirritationen nach der Rasur kommen häufig vor", sagt Weisenseel. Sie seien einerseits durch die kleinen Verletzungen der Haut bedingt. Durch diese können außerdem Keime besser in die Haut eindringen und dort Entzündungen verursachen.

Männer sollten daher Haut und Barthaare immer gut mit warmem Wasser benetzen, dann großzügig Rasierschaum oder -gel sanft einmassieren. Wichtig ist, dass immer scharfe Klingen verwendet werden. "Nicht zu oft nacheinander über dieselbe Stelle rasieren, nach der Rasur Feuchtigkeitscreme oder desinfizierende Substanzen aufgetragen", rät Weisenseel. Mancher habe mit eingewachsenen Haaren zu kämpfen. "Diese Männer sollten sich eher trocken rasieren, da hier die Haare nicht ganz so kurz abgeschnitten werden und weniger einwachsen können."

Bart statt Rasieren

Viele trendbewusste Männer verzichten derzeit allerdings auf die Rasur - sie tragen Bart. Doch auch dieser will gepflegt werden. "Bei der Rasur der Konturen gilt genau das Gleiche wie bei der Pflege der Männerhaut", erklärt Schlossberger. "Darüber hinaus wäscht man den Bart einmal täglich mit einem milden, pH-neutralen Shampoo." Auch Spülung tut dem Gesichtshaar gut - es sorgt dafür, dass das Barthaar schön weich bleibt.
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