Ein Thema, über das Führungskräfte meist ungern reden - Gespräch mit Institutsleiterin Sigrid ...
Professionelle Hilfe durch den Coach

Weiden/Amberg. (sbü) Immer mehr Manager leisten sich einen persönlichen Coach. Doch kaum einer spricht darüber. Sich professionell helfen zu lassen, passt für viele nicht in das Selbstbild des dynamischen Erfolgsmenschen. "Dass in der Berufswelt der Druck zunimmt, in kurzer Zeit immer perfekter zu werden", sagt auch Sigrid Stilp, Gründerin und Leiterin des Weidener Instituts für Entwicklungsberatung.

Stilp coacht Führungskräfte schon seit 20 Jahren und ist längst zur gefragten Ausbilderin geworden. Im Gespräch mit unserer Zeitung berichtet sie aus ihrer Erfahrung. Führungskräfte seien oftmals "der Chef auf Wolke 7", weil sie kein Feedback bekommen. Fluktuation oder hohe Krankheitsquoten der Mitarbeiter würden oftmals ignoriert. Würden Fehler offenkundig, "fallen die Chefs aus allen Wolken". Für den Coaching-Prozess sei es dann meistens zu spät. Ungünstig sei es auch, wenn die Unternehmensleitung für Führungskräfte das Coaching fordert. "Die Entscheidung sollte unbedingt freiwillig sein." Der Client sollte sich seinen Coach auch aussuchen dürfen, empfiehlt Stilp. Zunächst müsse in einem unverbindlichen Gespräch über Ziele, Methoden und Dauer des Coachings gesprochen werden. Auch der Coach selbst müsse sich fragen "passt der Klient für meine Methoden". In einer Vereinbarung werde dann alles festgelegt, "das Finanzielle und auch in welchem Umfang die Unternehmensleitung eingeschaltet wird".

Lebenslanges Lernen

Verschwiegenheit ist selbstverständlich, deshalb sollte für die Sitzungen ein neutraler Ort gewählt werden. "Manchmal gehe ich mit meinen Klienten walken, aber Coaching ist keine Therapie," sagt Stilp. Der Coaching-Prozess ist eher Begleitung in herausfordernden Situationen des Berufslebens. Supervision sei meist vom Personenkreis oder Themenfeld langfristiger und breiter angelegt. Mit Fachbegriffen wie Konfliktmanagement, Logosynthese, Transaktionsanalyse, SIZE-Prozess, NLP lässt die Institutsleiterin ein wenig in ihren Werkzeugkoffer schnuppern. "Wichtig ist, ein Coach muss lebenslang lernen und braucht viel Empathie."
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