Eine deutsche Tradition

24 Türchen bis Weihnachten: Der Adventskalender gehört zur Vorweihnachtszeit wie Lichterglanz und Lebkuchen. Schon seit etwa 1850 gab es sogenannte Adventszeitmesser in Form von kleinen Abrisskalendern, Kreidestrichtafeln, Weihnachts-Uhren oder markierten Kerzen, die jeden Tag eine kleines Stück herunterbrennen.

Um das Jahr 1902 brachte ein Münchner Verleger den ersten gedruckten Adventskalender auf den Markt - angeblich in Erinnerung an einen Familienbrauch: Seine Mutter hatte einst 24 Kekse an einem Karton befestigt, um dem Sohn die Zeit bis Weihnachten zu versüßen. Zwei Jahre später sollen Zeitungen Adventskalender als Geschenk für die Leser ihren Blättern beigelegt haben. Die ersten Adventskalender mit Türchen zum Öffnen soll es um 1920 gegeben haben, die ersten mit Schokolade gefüllten Kalender Ende der 1950er Jahre.

Nicht nur die Deutschen kaufen immer mehr Adventskalender, auch im Ausland hat sich die Tradition aus der Bundesrepublik inzwischen durchgesetzt. Der fränkische Spielwaren-Hersteller Simba Dickie etwa verkauft seine Exemplare bereits in Großbritannien und Frankreich. Auch der fränkische Nachbar Playmobil exportiert fleißig Kalender.

2014 kauften die Deutschen laut den Marktforschern der NPD-Group rund 22 Millionen Adventskalender. Bis Oktober 2015 sind die Käufe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bereits zweistellig gewachsen, wie der Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels mitteilte. Waren es vor zehn Jahren nur wenige Kalendermodelle, haben heute fast alle namenhafte Marken Adventskalender in ihrem Sortiment. (dpa)
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