Elektrogeräte: Entsorger setzen auf Recycling

Ausrangierte Elektrogeräte landen trotz Verbots noch immer häufig im Hausmüll. Eine Gesetzesreform soll nun für mehr Recycling sorgen. Die Entsorger sehen darin einen vernünftigen Kompromiss.

Die deutsche Entsorgungswirtschaft setzt auf Fortschritte bei der Wiederverwertung von Elektroschrott durch die anstehende Gesetzesreform. Derzeit landeten nach Schätzungen in Großstädten maximal 30 Prozent der Elektro-Kleingeräte bei Recyclingstellen, sagte am Mittwoch der Präsident des Branchenverbandes BDE, Peter Kurth. Wenn sich diese Quote verdoppeln oder sogar verdreifachen ließe, sei viel gewonnen. Die Reform der Elektrogeräte-Verordnung, die heute im Bundestag beschlossen werden soll, sieht vor, dass Elektrogeschäfte mit einer Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmetern ausrangierte Geräte beim Kauf eines gleichwertigen neuen Geräts kostenlos zurücknehmen sollen. Bis maximal 25 Zentimeter Kantenlänge können die Geräte auch ohne Neukauf und Kassenbon zurückgegeben werden. Das Umweltministerium strebt ein Inkrafttreten spätestens zum 1. Oktober an.

Grundsätzlich sei die Bereitschaft der Verbraucher zur Mülltrennung groß - wenn man es ihnen möglichst leicht mache, sagte Kurth. Mit dem kaputten Toaster den Weg zum Wertstoffhof anzutreten, sei vielen Bürgern aber zu weit oder zu umständlich. Deshalb sei es zu begrüßen, dass künftig deutlich mehr Sammelstellen zur Verfügung stehen. Elektrogeräte wie Haarfön, Toaster oder Rasierapparat enthielten wertvolle Materialien und könnten mit bekannten Technologien entsprechend behandelt werden.

Den Handel sieht Kurth gut auf die Reform vorbereitet. Grundsätzlich setze man auf eine Zusammenarbeit zwischen Handel und Entsorgern. So müssten Geräte mit Hochenergie-Batterien wie Lithium-Ionen-Akkus in besonderen Behältern gesammelt werden, um Brandrisiken zu minimieren. Die Entsorger könnten solche Behälter zur Verfügung stellen. Ob allerdings illegale Mülltransporte, wie vor allem nach Afrika, mit der Reform deutlich eingedämmt werden können, bleibe abzuwarten.
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