Energie-Konzern spaltet sich auf: Neue Firma bleibt unter Konzerndach
RWE bekommt "grüne Tochter"

Anders als Rivale Eon verschiebt RWE bei seiner Aufspaltung den Bereich der erneuerbaren Energien in eine Firmentochter. Die Düsseldorfer gliederten das konventionelle Kraftwerksgeschäft aus. Bild: dpa
Unter dem Druck der Energiewende steht der angeschlagene RWE-Konzern mit der Aufteilung in zwei Bereiche vor dem größten Umbau seiner Geschichte. Künftig werden die Zukunftsfelder erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb in einer neuen Tochterfirma gebündelt und Teile an die Börse gebracht.

"Wir stellen den Konzern auf zwei zukunftsfähige Standbeine mit klarem strategischen Fokus", sagte Vorstandschef Peter Terium am Dienstag. Zugleich wolle das Unternehmen eine zweites Tor zum Kapitalmarkt öffnen. Rund 10 Prozent der Anteile sollen voraussichtlich Ende kommenden Jahres im Wege einer Kapitalerhöhung platziert werden.

RWE werde Mehrheitseigentümer der neuen Tochterfirma bleiben, die mit einem Umsatz von 40 Milliarden Euro, einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 4 Milliarden Euro und 40 000 Beschäftigten den größten Teil des Unternehmens umfassen wird. Der Aufsichtsrat muss noch zustimmen.

"Der Konzernumbau ist unsere Antwort auf den Umbau der europäischen Energielandschaft", sagte Terium. Die RWE AG werde sich künftig ganz auf das konventionelle Kraftwerksgeschäft (Kohle, Gas Atomkraft) konzentrieren. "Wir schaffen unter einem Dach zwei unabhängig von einander handelnde Unternehmen". Zudem erhöhe sich mit der neuen Struktur die finanzielle Flexibilität des Gesamtkonzerns. Mit weiteren Teilverkaufen bis zu maximal 39 Prozent an der neuen Gesellschaft könne RWE auch Mittel zur Bedienung von Rückstellungen erlösen.

Wie die anderen Energiekonzerne kämpft RWE mit den Folgen der Energiewende und einem anhaltenden Verfall der Strompreise infolge des Ökostrom-Booms. Vor einem Jahr hatte bereits RWE-Rivale Eon seine Aufspaltung angekündigt.
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