Energiekonzern sagt keine Mindestdividende zu - Verhandlungen mit Gewerkschaften
RWE enttäuscht Aktionäre

Der in die Krise geratene Energiekonzern RWE will seine Dividende künftig stärker am wirtschaftlichen Erfolg ausrichten. Das erklärte Firmenchef Peter Terium am Freitag nach einer Aufsichtsratssitzung in Essen. Eine Mindestdividende werde es nicht geben. Vor allem die Ruhrgebietskommunen als mächtigste Aktionärsgruppe hatten das gefordert. Sie brauchen das Geld für ihre Haushalte. 2013 hatte RWE trotz Milliardenverlusten einen Euro Dividende pro Aktie gezahlt - Geld, das aus der Substanz kam und RWE für Investitionen und den Schuldenabbau fehlte. Ab dem Geschäftsjahr 2015 werde sich der Dividendenvorschlag an den operativen Mittelzuflüssen, der Verschuldungssituation und der Ertragslage orientieren und auch Investitionschancen berücksichtigen, teilte der Konzern am Freitag mit. Bisher wird die Dividende allein nach dem um Sonderposten bereinigten nachhaltigen Nettoergebnis berechnet. 2014 soll dieser Wert nach den Unternehmensplanungen noch einmal von 2,3 Milliarden auf 1,2 bis 1,4 Milliarden Euro schrumpfen. Der Beschluss bedeute keine Festlegung, auch für 2014 einen Euro pro Aktie zu zahlen, sagte eine Sprecherin.

Angesichts massiv eingebrochener Gewinne aus der Stromerzeugung muss RWE über mögliche weitere Einsparungen nachdenken. Allein im zu Ende gehenden Jahr hatte der Konzern rund 3600 Vollzeitstellen sozialverträglich abgebaut. Die Gewerkschaft Verdi fordert eine Zusicherung von der Konzernspitze, auch weiterhin bis mindestens Ende 2018 auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Das hat RWE bisher aber verweigert. Die am Dienstag beginnenden Tarifgespräche dürften vor diesem Hintergrund schwierig werden. Dabei fordert Verdi neben der Verlängerung des Kündigungsschutzes 4,5 Prozent mehr Geld. Parallel gibt es Verhandlungen mit der Gewerkschaft IG BCE. Bei RWE gibt es - ohne die Öl- und Gastochter Dea - zum Jahresende 2014 noch rund 61 300 Vollzeitstellen.
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