Eon in roten Zahlen

Lahmes Geschäft in Europa, schwacher Rubel in Russland - Eon hat die Wende noch lange nicht erreicht. Das dritte Quartal brachte sogar tiefrote Zahlen.

Deutschlands größter Energiekonzern Eon kämpft weiter mit sinkenden Einnahmen wegen der niedrigen Stromgroßhandelspreise, Währungslasten und der schwachen Konjunktur in Südeuropa. Für das überlicherweise schwache dritte Quartal verbuchte Eon einen Konzernverlust von 774 Millionen Euro. Der hohe Verlust fraß auch die Gewinne aus dem ersten Halbjahr auf. Für die ersten drei Quartalen zusammen fiel der Überschuss rapide von gut 2,9 Milliarden 2013 auf nur noch 255 Millionen Euro. Ohne die Gewinne aus Minderheitsanteilen ohne beherrschenden Einfluss steht nach neun Monaten ein Fehlbetrag von 14 Millionen Euro in den Büchern.

Geringerer Gasabsatz

Fortschritte gebe es aber beim Sparprogramm, bei den alternativen Energien und beim Schuldenabbau, sagte Eon-Finanzvorstand Klaus Schäfer. Außerdem profitiere Eon von eingesparter Brennstoffsteuer für das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld sowie von Gewinnen bei der Öl- und Gasförderung. Eon leidet wie die gesamte Branche unter den Folgen der Energiewende. Hinzu kam ein deutlich geringerer Gasabsatz wegen des milden Winters. Die mit hohen Investitionen ausgebauten Geschäfte in den Schwellenländern Brasilien, Russland und der Türkei konnten dies nicht ausgleichen. Sie erwiesen sich zuletzt sogar wegen der Wirtschaftsschwäche in diesen Ländern als Belastung.

In Russland, wo Eon rund 5000 Mitarbeiter beschäftigt, ging der operative Gewinn (Ebitda) in Euro unter anderem wegen des Rubel-Verfalls um fast ein Fünftel auf 400 Millionen Euro zurück. Eon betrachte die deutliche Abschwächung des Rubels mit Sorge, sagte Schäfer. Hinzu kamen höhere Brennstoffkosten. 2015 will der Konzern in Russland ein neues Kraftwerk ans Netz bringen. Dann soll sich der Gewinn in Russland erhöhen.

Das Ziel, 1,2 Milliarden Euro in diesem Jahr einzusparen, sei bereits nach drei Quartalen geschafft, sagte Schäfer. Der Umsatz ging um neun Prozent auf 81,3 Milliarden Euro zurück. Die Deutschland-Sparte meldete ebenfalls einen Gewinneinbruch. Das liegt auch am Verkauf von drei Regionalversorgern.
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