Eon: Radikalumbau sorgt für Rekordverlust

Zähne zusammenbeißen: Das laufende Jahr werde ein ebenso hartes Jahr wie 2014, "wenn nicht noch härter", sagte Eon-Vorstandschef Johannes Teyssen. Bild: dpa

Bei Eon hinterlässt die Energiewende tiefe Spuren: Der nötige Umbau des Konzerns brockt dem größten Versorger in Deutschland Rekordverluste ein. Doch der Umbau soll keine Folgen für die Strompreise haben.

Deutschlands größter Energiekonzern Eon muss für seinen geplanten Radikalumbau wegen der Energiewende einen Milliardenverlust in Rekordhöhe verdauen. 2014 verbuchte das Unternehmen unterm Strich einen Fehlbetrag von 3,2 Milliarden Euro. Das ist das höchste Minus seit seiner Gründung im Jahr 2000. Ein Grund für die tiefroten Zahlen sind vor allem hohe Abschreibungen auf Kraftwerksgeschäfte im Ausland, die bereits angekündigt worden waren. 2015 werde der Konzern weiter kämpfen müssen, hieß es am Mittwoch bei der Vorstellung der Bilanz in Düsseldorf. "Das wird ein ebenso hartes Jahr wie 2014, wenn nicht härter", sagte Vorstandschef Johannes Teyssen.

Weniger Mitarbeiter

Der Umsatz von Eon sank 2014 um 7 Prozent auf 111,5 Milliarden Euro, die Zahl der Beschäftigten ging zum Jahresende um 5 Prozent auf 58 500 zurück. Eon reagiert mit einer Aufspaltung auf die Folgen der Energiewende. Der Teil mit Kohle-, Gas- und Atomkraftwerken sowie dem Fördergeschäft soll im Laufe des kommenden Jahres in eine neue Gesellschaft kommen. Der Hauptkonzern will sich künftig auf Geschäfte wie Ökostrom, Energienetze und den Vertrieb konzentrieren. Erste Details wie die Standorte der Gesellschaften und die Verteilung von Vorstandsposten will Eon im zweiten Quartal vorstellen.

Keine Preiserhöhungen

Die geplante Aufspaltung wird nach Einschätzung des Managements voraussichtlich nicht zu Preiserhöhungen für die deutschen Stromkunden führen. Der Umbau werde zwar einen "niedrigen dreistelligen Millionenbetrag" kosten, sagte Teyssen. Aber solche Kosten an Kunden weiterzureichen, sei schon wegen der harten Konkurrenz im Energiegeschäft unmöglich. Eon hat in Deutschland rund 6,1 Millionen Strom- und Gaskunden. Die Strompreise von Eon seien seit 2013 stabil, sagte der zuständige Vorstand Bernhard Reutersberg. Zuletzt seien in Bayern und Sachsen-Anhalt die Preise leicht gesenkt worden.

Die Entscheidung des Konzerns über den Sitz seiner neuen Gesellschaft für das Erzeugungsgeschäft soll in wenigen Wochen fallen. Essen werden dabei gute Aussichten zugeschrieben: Eon beschäftigt dort in einem nur wenige Jahre alten Bürobau 2000 Mitarbeiter. Die neue Gesellschaft wird weltweit rund 20 000 Beschäftigte haben und von 2016 an neben der Erzeugung mit Gas, Kohle und Atomkraft den Energiehandel und das Ölfördergeschäft führen.
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