Erstmals seit 2009 negative Inflationsrate

Die Verbraucherpreise im Euro-Raum sind erstmals seit dem Krisenjahr 2009 wieder gesunken. Der Absturz der Ölpreise habe die jährliche Inflationsrate im Dezember 2014 auf minus 0,2 Prozent gedrückt, teilte die Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch in Luxemburg in einer ersten Schätzung mit.

Im Vormonat lag die Teuerung noch bei 0,3 Prozent. Im Oktober 2009 hatte die Teuerungsrate in der Euro-Zone minus 0,1 Prozent betragen, im September 2009 minus 0,3 Prozent. Seitdem lag sie laut Eurostat stets im positiven Bereich. Eine negative Inflationsrate bedeutet, dass das Geld an Wert gewinnt, Kunden beispielsweise mehr Waren für ihr Geld bekommen. Der Rückgang nährt Sorgen vor einer Spirale aus sinkenden Preisen und schrumpfender Wirtschaft. Der Druck auf die EZB steigt, gegen fallende Preise vorzugehen. Beobachter erwarten, dass die Notenbank am 22. Januar einen Kauf von Staatsanleihen ankündigen wird.

Am Mittwoch waren die Preise für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordsee-Sorte Brent sowie für die US-Sorte WTI unter die Marke von 50 US-Dollar gefallen. Der Preis für 100 Liter Heizöl bei Abnahme von 3000 Litern inklusive Mehrwertsteuer liegt derzeit mit rund 56 Euro ungefähr auf dem Niveau von 2009.
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